Preisverfall bei E-Bikes

von Redaktion

Ausfahrt ohne großes Schwitzen: E-Bikes machen auch schwere Touren einfach – zum Beispiel Runden in den bayerischen Bergen. © Smarterpix

Ein elektrisches Bulls Sonic Mountainbike bei Fahrrad Stadler für 2222 statt 4199 Euro, ein Diamant Upstreet bei FahrradXXL mit 55 Prozent Rabatt oder ein Bergamont E-Vitess bei Lucky Bike mit 49 Prozent Nachlass – die Fahrradhändler überbieten sich gerade mit günstigen Angeboten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Das Wetter könnte Kunden Lust auf Radeln machen, deshalb will man sie in die Läden locken. Bei der heute beginnenden Branchenmesse Eurobike in Frankfurt werden außerdem viele neue Modelle vorgestellt, weshalb die Händler gerade Platz in ihren Lagerhallen machen. Zudem scheint der Elektro-Boom langsam nachzulassen, weshalb es bei E-Bikes besonders hohe Nachlässe gibt.

■ Markt für E-Bikes ist langsam gesättigt

E-Bikes sind beliebt – gerade in Deutschland, dem größten Markt für elektrische Räder in Europa. Das belegt auch eine im Vorfeld der heute beginnenden Branchenmesse Eurobike erstellte Analyse von EY Parthenon. Demnach war jedes zweite 2025 in Deutschland verkaufte Rad motorisiert, bei Mountainbikes lag die Quote sogar bei 90 Prozent. Insgesamt machen deutsche Radläden pro Jahr etwa fünf Milliarden Euro Umsatz mit E-Bikes. Dennoch gebe es Zeichen einer „leichten Marktsättigung“, sagt EY-Experte Stefan Mohr.

Die Radhersteller hätten in den absatzstarken Jahren der Corona-Pandemie ihre Kapazitäten stark ausgebaut. Nun treffe ein großes Angebot auf Wirtschaftsflaute und Konsumzurückhaltung, was die Preise drücke. So verbilligten sich E-Bikes vergangenes Jahr im Schnitt um vier Prozent auf 2550 Euro je Rad. Von den Niveaus aus der Corona-Zeit, als Kunden den Händlern die E-Bikes hemmungslos aus den Händen rissen, ist das weit entfernt. Das eröffnet Chancen für Schnäppchenjäger.

■ Reicht auch ein kleinerer Motor?

Doch worauf müssen Käufer achten, wenn sie sich ein neues E-Bike gönnen wollen? Vor allem müsse man sein Nutzungsprofil berücksichtigen, rät der Radclub ADFC. Wer das Auto öfter in der Garage lassen und das Rad für einen längeren Arbeitsweg nutzen will, kann über ein Pedelec nachdenken. Das ist ein bis zu 45 km/h schnelles Rad, für das man Versicherungskennzeichen und Mofa-Führerschein benötigt und für das Helmpflicht gilt. Wer dagegen nur kurze Strecken in der Stadt radelt, kommt gut mit einem 25km/h schnellen klassischen E-Bike zurecht.

Auch bei der Akkuwahl sollte man bedenken, ob man eher lange Touren fährt oder meist nur kurz strampelt. „Es lohnt sich, Modelle in Erwägung zu ziehen, die weniger stark motorisiert sind und kleinere Akkus haben“, sagt der ADFC. Denn die sind meist deutlich günstiger. Sehr starke Motoren und große Akkus braucht man nur für lange Etappen oder Ausfahrten in den Bergen.

■ Auf Radgewicht und Akkueinbau achten

Ein weiterer Punkt: E-Bikes wiegen in der Regel 25 Kilo und mehr. Wer sein Rad oft in den Fahrradkeller oder durch enge Hofeingänge bugsieren muss, wird mit einem schweren Modell nicht glücklich. Muss man das E-Bike dagegen nur in die Garage schieben, spielt das Gewicht keine große Rolle.

Ähnlich ist es bei der Befestigung des Akkus. Ist er fest im Rahmen verbaut, wie das meist bei besonders günstigen Modellen oder Designerstücken der Fall ist, kann das in Stadtwohnungen ein echtes Ausschlusskriterium sein. Dann muss man zum Laden des Akkus im Zweifel das ganze Rad in die Wohnung oder in den Keller schleppen. Besser: Eine Batterie, die man zum Laden abnehmen und mit in die Wohnung nehmen kann. Hat man jedoch eine gut zugängliche Lademöglichkeit – etwa in der Garage –, stört ein fest verbauter Akku nicht.

■ Im Zweifel lieber zum Fachhändler

Wer sich nicht sicher ist, welches Rad wirklich zu ihm passt, sollte lieber zum Fachhändler gehen, statt im Internet einzukaufen, rät der ADFC. Dort kann man sich beraten lassen, das Rad genau begutachten und es vor allem probefahren. Laut ADFC sollte man unter anderem checken, wie gut sich das Display bedienen und ablesen lässt. Auch das Anfahren und das Fahren an der Abschaltgrenze des Motors bei 25 km/h kann man testen. Läuft das geschmeidig oder ruckelig? Ebenfalls gut zu wissen: Wie leicht rollt das Rad, wenn der Motor einmal nicht läuft? Und gibt es dann genug Gänge?

Besonders wichtig ist es aber, Sitzposition und Ergonomie zu prüfen. Nicht jedes Rad passt zu jedem Körper. Denn am Ende ist es mit einem E-Bike so wie mit jedem anderen Fahrrad: Ein Drahtesel macht nur dann richtig Spaß, wenn man sich darauf wohlfühlt.

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