Rosenheim – Eigentlich war das Konzert von Gert Steinbäcker und Band im Kultur- und Kongresszentrum für Anfang Oktober vergangenen Jahres geplant gewesen. Doch Steinbäcker musste aufgrund einer akuten Stimmbandentzündung absagen. Jetzt holte er seinen Auftritt vor rund 1200 Fans nach. Die Stimmung war von Anfang an gut, aber als Steinbäcker in der zweiten Hälfte seinen alten Freund und STS-Kollegen Schiffkowitz als Überraschungsgast auf die Bühne holte, hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen.
Gert Steinbäcker ist das erste „S“ der österreichischen Erfolgsband STS. Das zweite „S“ steht für Schiffkowitz, bürgerlich Helmut Röhrling, und das „T“ steuert Günter Timischl bei. Der STS-Sound aus drei akustischen Gitarren und dreistimmig gesungenen Refrains im steirischen Dialekt genießt seit über 40 Jahren Kultstatus. 2014 verkündete die Band ihr Aus, weil sich bei Günter Timischl durch das jahrelange Gitarrenspiel eine Arthrose im Schultergelenk entwickelt hat.
Auch Schiffkowitz bereitet die Gesundheit mit fortschreitendem Alter zunehmend Probleme. Das Gehen fällt ihm schwer. Bei seinem Überraschungsauftritt im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim zitterten seine Hände stark, darum ließ der Musiker sie lieber in den Hosentaschen oder hielt sich am Mikrofon fest. Ein ganzes Konzert kann er klar nicht mehr durchstehen, aber für ein paar seiner bekanntesten und beliebtesten Songs, allen voran „Fürstenfeld“, noch einmal auf der Bühne stehen – das macht ihm sichtlich Spaß. Aber eigentlich ist Gert Steinbäcker auf Solotour unterwegs. Unterstützung auf der Bühne bekommt er von dem Gitarristen und Sänger Uli Bäer, Franz Zettl (Akkordeon, Blasinstrumente), Erich Buchebner (Bass) und Gerd Wennemuth (Schlagzeug). Zettl eröffnete das Konzert zusammen mit der Keyboarderin und Hackbrettspielerin Maria Ma. Erst ein paar Minuten später kamen Steinbäcker und die anderen Bandmitglieder hinzu.
Die Auftritte von STS galten gerade wegen der spartanischen Bühnenausstattung und dem kompletten Verzicht auf Showelemente als besonderes Erlebnis. Steinbäcker hält an diesem bewährten Konzept fest. Im Mittelpunkt steht auch bei ihm alleine klar die Musik. Beim gut zweieinhalbstündigen Konzert im Kultur- und Kongresszentrum gab es keine langen Reden. Statt über die Vergangenheit zu sprechen, sang Steinbäcker lieber die Lieder, die STS berühmt gemacht haben, wie „Großvater“ oder „Gö, Du bleibst heut Nacht bei mir“. Dass er damit alle Generationen erreichen kann, bewies das gut durchmischte Publikum. Ob alt oder jung: alle kannten die Texte zu diesen Stücken und sangen laut und beherzt mit.
Am Schluss kam auch Schiffkowitz noch einmal auf die Bühne. Zusammen mit Steinbäcker sang er „O Xenos“. Danach klang das Konzert passend mit „Das letzte Wort“ leise aus.