Aschau – Ein neuer Spielort und ein Originalflügel des Jahrhundert-Pianisten Arturo Benedetti Michelangeli: Das sind zwei von vielen Höhepunkten beim diesjährigen „Festivo“. Von Ende Juli bis Mitte Oktober reihen sich beim Aschauer Kammermusik-Festival viele Höhepunkte aneinander. In insgesamt sieben Konzerten bietet „Festivo“ die gewohnte Spitzenqualität – und es wird richtig persönlich. Dafür steht schon allein die große Eröffnung am Freitag, 25. Juli.
Hier wird das Atrium von Schattdecor in Thansau bei Rohrdorf als neuer „Festivo“-Spielort offiziell eingeweiht. Spektakulär das Ambiente: Aus der großflächigen Fensterfront blickt man direkt in den Wald, umgeben von Natur. Die Saalakustik wurde gezielt eingeplant, und die Bühne ermöglicht auch größere Besetzungen. Beim Eröffnungskonzert gibt es die größte Orchester-Besetzung in der „Festivo“-Geschichte.
Werke der Wiener
Klassik zum Auftakt
Mit dem „Orchestra of the 18th Century“ stehen Werke der Wiener Klassik auf dem Programm, darunter Violinkonzerte von Mozart. Als Solistin ist die bedeutende, britische Barockgeigen-Pionierin Rachel Podger zu erleben. Auch dabei ein bekanntes „Festivo“-Gesicht: Vom Konzertmeister-Pult aus leitet Alexander Janiczek den Eröffnungsabend.
Eine Sensation zudem das „Festivo“-Finale am Freitag, 17. Oktober, im Atrium von Schattdecor: Hier wird der Originalflügel von Arturo Benedetti Michelangeli offiziell eingeweiht.
Der Flügel
von Michelangeli
Seit seinem Tod im Juni 1995 stand das eigens für die Klavierlegende entworfene Instrument im Münchner Gasteig. Der Michelangeli-Flügel ist auch Teil einer TV-Doku, die für die „Arte“-Reihe „Sternstunden der Musik“ entstanden ist. Sie ist seit Mitte März auf der „Arte“-Mediathek abrufbar. Mit Alexander Lonquich präsentiert ein Künstler der ersten „Festivo“-Stunde den Michelangeli-Flügel. Das Rezital koppelt Carl Philipp Emanuel Bach mit Beethoven und Schumann.
Nicht minder persönlich und hochkarätig sind die fünf Konzerte dazwischen. Im schmucken Preysingsaal von Schluss Hohenaschau gibt das legendäre Hagen-Quartett eines seiner allerletzten Konzerte vor der Auflösung (Dienstag, 19. August ). Hierfür reisen die vier Musiker mit Streichquartetten von Dmitri Schostakowitsch und Franz Schubert an, eine ihrer besonderen Spezialitäten.
Richtig persönlich wird der Auftritt von Ana Chumachenko am Freitag, 19. September, im Foyer von Schattdecor. Bei der großen Violinlegende, Lehrmeisterin von Julia Fischer oder Arabella Steinbacher, hat auch „Festivo“-Leiter Johannes Erkes studiert.
Mit Chumachenko, ihrem Sohn und ihrem Mann sowie mit Mark Gothoni hatte Erkes als Bratschen-Student viel Kammermusik gemacht. Bei „Festivo“ vereinen sich Chumachenko, Gothoni und Erkes mit Wen Sin Yang (Cello) und Ralf Gothoni (Klavier) für Klavierquartette von Beethoven und Dvorak.
Bei einem weiteren Kammermusikabend präsentieren sich Dejan Lazic am Klavier und Geiger Benjamin Schmid (Donnerstag, 2. Oktober.). Auf dem Programm stehen das Klavierquintett von Schumann, das Klaviertrio Nr. 2 von Schostakowitsch und eine Klavierfantasie von Mozart.
Als „Oper in Taschenbuchformat“ gibt es diesmal Mozarts „Così fan tutte“ (Samstag, 9. August), und auch Jazzer Thierry Lang kehrt zurück – diesmal in einer Trio-Formation (Samstag, 2. August). Es bleibt spannend bei „Festivo“ – und hochkarätig!