Und dies ist deshalb so, weil sich der Trend aus der Süd-Meisterrunde weiterhin fortsetzt: In eigener Halle hui, in fremder zumindest von den Ergebnissen her pfui. Das 3:0 zum Auftakt war der zwölfte Sieg in den letzten 13 Heimspielen, das darauf folgende 2:4 die sechste Auswärtsniederlage am Stück.
Dabei begann alles so positiv, nämlich mit konzentrierter Defensive. Seit dem Deggendorfer Ehrentreffer in der letzten Meisterrunden-Partie konnte Lukas Steinhauer mit tatkräftiger Unterstützung seiner Teamkollegen 105:30 Minuten lang sein Tor sauber halten. Nur zweimal in der gesamten Saison war davor länger kein Gegentor gefallen! Diese Phase beinhaltete auch (nach 6:0 in Waldkraiburg und 4:0 gegen Peiting) den bisher dritten Shutout des Nummer-eins-Goalies im Süden. Dann aber klingelte es gleich zweimal im Abstand von sieben Sekunden! Einen solchen Blackout hatte man noch nie erlebt, weder in der zweiten noch in der dritten Spielklasse. Waldkraiburg hatte heuer beim 4:2-Sieg binnen 13 Sekunden zweimal getroffen, doch war da ein Empty-net-Goal mit dabei gewesen. Die bisherige Saison-Tiefstleistung waren Doppelschläge binnen 23 Sekunden beim 5:7 in Weiden und beim 6:3-Sieg gegen Landshut. Oberliga-Rekord waren zwei Füssener Treffer binnen acht Sekunden am 12. Oktober 2008 (Endstand: 8:4 für die Allgäuer), und ebenso lang dauerte es eine Spielklasse höher am 15. März 2011 in Heilbronn gegen Norm Maracle, wobei die Starbulls das Spiel nach 0:3-Rückstand noch 6:3 gewannen.
Am Freitag neutralisierten sich die beiden Teams von Beginn an bis zur 30. Minute. Noch nie stand es in der laufenden Spielzeit in Rosenheim so lange 0:0. Auswärts hatte es vor zwei Wochen bei der 2:3-Overtime-Niederlage in Regensburg noch länger gedauert, bis Arnold Bosas in der 34. Minute die Gastgeber in Führung brachte. Auf eigenem Eis aber war die 25:22 Minuten dauernde „Doppelnull“ im ersten Saison-Heimspiel gegen Landshut bisheriger Rekord. Ob es wohl Zufall ist, dass es erneut Max Vollmayer war, der damals wie am Sonntag den Bann brach?
Gäbe es keine Strafzeiten, hätte Manuel Koflers Team gegen die Indians wohl keine Probleme, denn bei gleicher Spieleranzahl stünde es nach den ersten beiden Partien 5:1. In Vor- und Meisterrunde zusammen hatten beide Teams fast das beste Penalty-Killing ihrer Gruppe aufs Eis gezaubert, doch während dies den Indians während vier Strafzeiten auch im Play-off gelang, kassierten die Starbulls in sechs Unterzahlphasen bereits zwei Treffer. Maßgeblich beteiligt waren die Kontingentspieler Uusivirta und Pohanka, die am Freitag noch wirkungslos geblieben waren, mit je zwei Scorerpunkten. Umgekehrt verlief es bei den Rosenheimer Legionären. Am Freitag war Viteszlav Bilek mit zwei Toren der Matchwinner, am Sonntag blieb sowohl er als auch Chase Witala ohne zählbaren Erfolg.
Dafür traf am Sonntag Fabian Zick, und dies ist gegen Hannover für ihn nichts Neues. Zur Erinnerung: Die letzten beiden Punktspiele gegen die Indians endeten 3:6 aus Rosenheimer Sicht in Hannover (Torschützen: zweimal Dominic Auger, einmal Fabian Zick) sowie 2:3 auf eigenem Eis (Torschützen: Andrej Strakhov und Zick). Und noch zwei interessante Details aus Spielen Rosenheim – Hannover: 2011 siegten die Starbulls gegen die Indians 3:2 nach Penaltyschießen, und ein Tor erzielte Michael Fröhlich – im Hannoveraner Dress. Und am 19. Februar 2006 schoss Markus Draxler, von 1994 bis 1996 im Starbulls-Kader, beim 4:1 seiner Mannschaft einen Treffer. Von Hannoveranern, die jemals für Rosenheim Tore erzielt hätten, ist dem Statistiker dagegen nichts bekannt…