Kini weilt noch in Regensburg

von Redaktion

König Ludwig II.-Statue vor einem Jahr vom Sockel gefegt –Neuer Kopf für Monarchen

Kolbermoor – König Ludwig II. von Bayern war ein stattlicher Monarch: 1,91 Meter soll der Märchenkönig groß gewesen sein. Und noch ein Stückerl größer ist die Kini-Statue, die bis vor einem Jahr an der Hasslerstraße stand und einen Blick auf die Stadt warf. Der Kolbermoorer Kini ist einzigartig (siehe Kasten), genau wie der Monarch selbst. Vor einem Jahr stürzte Sturmtief Bennet die rund 300 Kilo schwere Kupferstatue vom Sockel (wir berichteten) – Bauhofmitarbeiter brachten den völlig zerstörten Kini damals zum Bauhof. Von dort ging es nach Regenburg zur Metallrestaurierung „Haber & Brandner“.

Der Mitarbeiter der Firma, Kunsthistoriker Maximilian Heimler, hat sich vor knapp einem Jahr die Schäden am Kini auf dem Kolbermoorer Bauhof angeschaut – dort lag er. Damals war nicht klar, ob man den Kopf des Monarchen wieder herstellen kann. Jetzt, knapp ein Jahr später, erklärt Heimler, dass das nicht möglich ist. „Er ist zu schwer beschädigt“, sagt Heimler auf Anfrage unserer Zeitung. Würde man versuchen, den Kopf aus dem zerstörten Schädel herzustellen, ergebe es ein „Zerrbild“, sagt der Experte. Und nun?

Bildhauer fertigt
neues Modell

Der Kopf wird vom Corpus abgetrennt. Daraufhin fertigt ein Bildhauer ein neues Modell des Kini-Kopfes, das dann auf den restaurierten Kini-Körper gesetzt wird. Wird man etwas erkennen? „Nur wenn man es weiß“, so Heimler. Denn die feinen Haare, die Augäpfel könne man anhand von Fotografien erkennen, das erleichtere dem Bildhauer die Arbeit. Schließlich muss das neue Haupt die Handschrift des Bildhauers Anton Kaindl (1849-1922) tragen, der hat ihn geschaffen. Also die Feinheiten aufzeigen, die Kaindl schuf: Haare, Stirn und Co müssen passen.

Neben dem Kopf muss auch der Corpus wieder hergestellt werden, denn auch Mantel und Hose des Monarchen sind bei dem Sturz schwer beschädigt worden. Obendrein noch die Metallplatte, die am Sockel angebracht war. Alles was noch auf dem Platz an der Hasslerstraße steht, ist der Sockel.

Dir Regensburger Firma hat der Stadt jetzt ein Angebot geschickt – rund 60000 Euro soll die Wiederherstellung des Kini kosten, teilt Jürgen Halder vom Technischen Bauamt mit. Dafür werden jetzt Fördergelder beantragt. „Sobald wir grünes Licht haben, kann die Wiederherstellung losgehen“, erklärt er. Halder rechnet allerdings nicht damit, dass die Kolbermoorer Kupferstatue vor 2021 wieder auf ihrem Sockel steht. Und ob sie auf ihren angestammten Platz an der Hasslerstraße kommt, sei auch ungewiss.

Vielleicht könne der Kini auch auf den Vorplatz beim Kriegerdenkmal, so Halder. Aber das müsse der Stadtrat entscheiden. Fest steht, dass der Kolbermoorer Monarch aus Kupfer zurück in die Mangfallstadt kommt – frisch restauriert und mit neuem Haupt.

Denkmal war das erste außerhalb Münchens

Seit fast 110 Jahren stand der Kolbermoorer Kini fest auf dem Sockel: Am 19. September 1909 wurde die fast lebensgroße Statue von König Ludwig II. an der damaligen Von-Bippen-Straße – heute: Karl-Daniels-Platz – enthüllt. Das Besondere: Das Denkmal ist das erste zu Ehren Ludwigs II. außerhalb Münchens.

1902 wird der „Verein zur Errichtung eines König-Ludwig-Denkmals“ gegründet. Nach Spendensammlungen wird das Denkmal enthüllt – mit dabei waren Schützenvereine sowie auswärtige Veteranen- und Kriegervereine. Als Kolbermoor 1963 zur Stadt erhoben wird, und der Platz, auf dem das Denkmal steht, verändert wird, wird die Statue an die Hasslerstraße verlegt.

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