Produktiv in der Isolation

von Redaktion

„Kolbermoorer Maler“ planen Ausstellung im Herbst – So soll es heuer laufen

Kolbermoor – Die einen haben während des Lockdowns selten zum Pinsel gegriffen, andere dafür umso mehr. So hat Erich Wagner beispielsweise „noch nie so viel gemalt, ich war richtig fleißig“, sagt der Kolbermoorer, der einer der „Kolbermoorer Maler“ ist. Wichtig ist ihm während des Arbeitens mit Farben, Pinsel und Leinwand auch die Musik. „Mal höre ich Mozart, mal Beat-Musik“, sagt er und lacht. Entstanden ist beispielsweise in dieser Zeit das Werk „Traum von einem Pferd“, das den Betrachter sofort in seinen Bann zieht. In dem Werk zeigen sich geometrische, geradlinige Formen, die unter anderem zwei Pferde zeigen.

Nach Spaziergang
Bild im Kopf

Und während Wagner gemalt hat wie der Teufel, sind im Atelier von Hanni Harzenetter gar nicht so viele Bilder entstanden, sagt sie. Eines hatte sie allerdings im Kopf, als sie von einem Spaziergang aus dem Moor zurückkam. Düster zeigt sich die Leinwand – mit verschiedenen Farbkomponenten. Genau erkennen kann der Betrachter allerdings die Kolben.

Klar. Das Bild nennt sie „Im (Kolber-)moor“. „Schön ist es nicht“, sagt sie und lacht – „aber das muss es auch nicht“. Dass Kunst nicht schön sein, das weiß jeder spätestens seit Joseph Beuys. Sie hat auch ein Bild gemalt auf dem Personen sind, die Masken tragen oder ein Kind in Isolation – Corona macht auch vor der Kunst nicht Halt.

Lange hat sich die Gruppe während des Lockdowns nicht getroffen, es ging ja nicht – jetzt beginnen langsam die Treffen. „Der Austausch hat schon gefehlt“, sagt Harzenetter.

Die coronabedingte Isolation zeigte verschiedene Auswirkungen, so Harzenetter: In der Regel hatte man mehr Zeit, alte Bilder zu sichten, sie eventuell neu zu entdecken oder sie radikal zu übermalen, neue Techniken auszuprobieren oder seine ureigene Handschrift wiederzufinden. So entstand bereits eine Reihe interessanter Bilder, sie zeugen von Fernweh oder tauchen in das heimatliche Umfeld ein, sie geben Rätsel auf, sind witzig oder wirken bedrückend.

Vernissage
muss ausfallen

Diese Werke sollen in der Ausstellung der „Kolbermoorer Maler“ in der Pauline-Thoma-Schule gezeigt werden, die die rund 15 Maler heuer – trotz Corona – veranstalten werden. Allerdings ohne große Vernissage, zu der im vergangenen Jahr rund 250 Besucher kamen. „Das muss heuer anders laufen“, sagt Wagner. Dennoch wollen sie nicht darauf verzichten, denn es ist ein fester Bestandteil im Kolbermoorer Kalender. Und so geht das Organisationsteam, das aus Erich Wagner, Hanni Harzenetter und Sabine Koschier besteht, schon in die Planungen. Ob es eine Gastausstellung geben wird, steht noch nicht fest. Dafür aber das Datum sowie Öffnungszeiten (siehe Kasten).

Ausstellungim Herbst

Die Interessengemeinschaft „Kolbermoorer Maler“ zeigt von 31. Oktober bis 8. November ihre Werke in der Pauline-Thoma-Schule. Verzichtet werden muss heuer auf eine große Vernissage, zu der im vergangenen Jahr etwa 250 Besucher kamen. Die Öffnungszeiten sind werktags 14 bis 17 Uhr, am Wochenende 10 bis 18 Uhr. Rund 100 Werke sollen gezeigt werden. Gefertigt wurden sie von den rund 15 Malern der Kolbermoorer Gruppe, die seit 1978 besteht.

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