Kolbermoor – Lebkuchen und Spekulatius stehen längst in den Regalen der Supermärkte. Und eigentlich könnte man sich auch schon so ganz langsam auf die Christkindlmärkte im Mangfalltal freuen. Könnte. Denn, ob der Kolbermoorer Christkindlmarkt heuer stattfindet, steht noch nicht fest.
Eine Entscheidung soll Mitte September fallen, erklärt Giacomo Anzenberger, Vorsitzender des Kolbermoorer Gewerbeverbandes, der den Markt veranstaltet. Anzenberger sagt, dass man sich wegen des Marktes mit der Stadt zusammensetzen wolle. Ist er optimistisch? „Ich weiß es nicht“, sagt er. Und obwohl man zur Normalität zurückkehren wolle, sei eine Entscheidung – ob positiv oder negativ – schwer zu treffen.
Einhaltung der
Regeln erforderlich
Seitens Thomas Rothmayers, Leiter des Ordnungsamtes, heißt es, dass man im Vorfeld des Treffens Ideen und Konzepte entwickle. Was das konkret heißt, wollte er noch nicht sagen. Des Weiteren beruft er sich auf den Maßnahmenkatalog der Bayerischen Staatsregierung. Beinhaltet seien beispielsweise Zutrittskontrollen. Fest steht: „Der Kolbermoorer Christkindlmarkt kann nur stattfinden, wenn die erforderlichen Regeln zwingend eingehalten werden“, so Rothmayer. Er sagt auch: Eine 100-prozentige Planungssicherheit gebe es nicht. Wer wisse schon im Rahmen von Corona, was im November ist.
Im November wolle man in Rosenheim entscheiden, ob ein Christkindlmarkt stattfindet, sagt Anzenberger. So lange will man in Kolbermoor aber nicht warten: Mitte September muss feststehen, ob der Markt vor der Musikschule stattfindet oder nicht. Das sei man auch den knapp 30 Ausstellern schuldig, die jedes Jahr in Kolbermoor ihre Standl aufbauen. Einer von ihnen habe bei Anzenberger bereits abgesagt. „Der verzichtet heuer ganz.“
Sollte man sich aber dennoch durchringen, einen Markt zu realisieren, sei das mit vielen Auflagen verbunden, mutmaßt er. „Dann soll es viel weniger Stände mit Essen und Trinken geben, es wird keine Sitzmöglichkeiten geben, Getränke nur zum Mitnehmen und es muss auch jeder eine Maske tragen“, sagt er.
„Ob das dann noch schön ist?“, fragt er sich. Er wisse es nicht. Obendrein müssten dann die Besucher beim Einlass ihre Daten abgeben. Und wenn auf dem Platz eine bestimmte Anzahl erreicht sei, könne eben niemand mehr rein. Auch diese Handhabe sei schwierig. Die Termine hatte er schon parat: Am 28. November sollte der Markt eröffnet werden. Giacomo Anzenberger habe auch schon mit Christian Klotz gesprochen. Er ist der Bezirksgeschäftsführer des Bund der Selbständigen. „Auch dort heißt es, dass man auf keinen Fall ein Risiko eingehen wolle.“ Dem stimmt auch Anzenberger zu. Und falls folglich die Entscheidung gegen den Christkindlmarkt ausfällt, überlege man seitens des Kolbermoorer Gewerbeverbandes, ob man wenigstens den Nikolaus einlädt. Aber auch das steht in den Sternen.