Die EU fördert ein Projekt zur Abbildung und Bestandsaufnahme jüdischer Friedhöfe in Ost- und Südeuropa. „Jüdische Gemeinden haben einen wesentlichen Beitrag zur Kultur Europas geleistet“, sagte der Direktor Bildungs- und Kulturabteilung der EU-Kommission, Michel Magnier, in Brüssel. Der Holocaust habe in einigen Ländern dazu geführt, dass Friedhöfe das einzige Zeugnis jüdischer Präsenz geblieben seien. Sie zu erhalten und zu restaurieren, sei Teil der „gemeinsamen Verantwortung für die Geschichte und das kulturelle Erbe Europas“.
Etwa 1500 Friedhöfe in Griechenland, Moldawien, der Slowakei, Litauen und der Ukraine sollen kartografiert werden, wie die Europäische Initiative für jüdische Friedhöfe (ESJF) in Jerusalem mitteilte. Sie führt das Projekt durch. Mit Drohnen sollen Fotos der Friedhöfe und damit eine Bestandsaufnahme erstellt werden.
ESJF-Projektleiter Philip Carmel nannte das Projekt wichtig für junge Europäer, um über jüdische Existenz zu lernen und wachsenden Antisemitismus zu bekämpfen. „Die Friedhöfe sind oft der letzte physische Beweis für Jahrhunderte jüdischen Lebens in den Städten und Dörfern Europas, die mit der Schoah ausgelöscht wurden.“ Es gebe keinen besseren Beweis, um die Leugnung des Holocaust zurückzuweisen.
Die EU fördert das Projekt mit 800 000 Euro. Seit der Gründung 2015 hat die ESJF 120 jüdische Friedhöfe in sieben zentral- und osteuropäischen Ländern gerettet oder geschützt. Dies sei besonders in Dörfern geschehen, in denen die jüdischen Gemeinden durch die Schoah ausgelöscht wurden. kna