Den berühmten Bruder Sebastian kennen die meisten, doch über Johann Jacob Bach (1682-1722) weiß man wenig. Dabei hat er ein aufregendes Leben geführt, wie Olaf Schmidt zeigt. Den Waisen zieht es in einer Zeit der Kleinstaaterei in Deutschland von Eisenach hinaus in die Welt bis nach Konstantinopel. Er wird Mitglied der Kapelle König Karls XII. von Schweden und muss als dessen Oboist viel miterleben. Schmidt flicht das Leben Jacobs geschickt in die politische Historie ein, beschreibt die Rahmenbedingungen und Mitstreiter genau – manchmal sogar ausführlicher als den Titelhelden selbst. Nur zum Ende hin verliert man sich in den schier endlosen Wirren des Krieges, weil ein Feldzug auf den anderen folgt. ama