Bundesweit feiert man 2021 mit zahlreichen Veranstaltungen „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Für das Jewish Chamber Orchestra Munich und seinen Dirigenten Daniel Grossmann ein Anlass, bei einem Festkonzert im Gasteig heute Abend auch die deutsch-jüdische Musikgeschichte noch einmal in all ihren Facetten Revue passieren zu lassen. Mit Musik von Offenbach, Kálmán oder Mischa Spoliansky.
Neben dem New Yorker Kantor Netanel Hershtik, der durch die Neujahrskonzerte des JCOM noch in bester Erinnerung sein dürfte, sind ebenfalls zwei Sopranistinnen zu erleben, die seit Langem eng mit dem Orchester zusammenarbeiten. Chen Reiss interpretiert Lieder von Fanny Hensel, während Talia Or sich unter anderem mit dem in München geborenen Paul Frankenburger beschäftigt, der unter dem Namen Paul Ben-Chaim zu einem wichtigen Begründer der neuen israelischen Musik wurde. „Meine Mutter hat ihn in Israel noch selbst erlebt und mir viel von ihm erzählt. Die frühen Werke von Ben-Chaim waren zunächst noch ganz im deutsch-romantischen Stil komponiert. Aber das, was nach seiner Emigration entstanden ist, war wirklich eine völlig neue Musik, die viele unterschiedliche Einflüsse verarbeitet.“ Eine Parallele zum zweiten Komponisten Kurt Weill, dem sich Or widmen wird. „Auch er hat sich in New York quasi noch einmal neu erfunden.“ Und ist im Konzert sowohl mit seiner „Dreigroschenoper“ als auch mit dem Broadway-Klassiker „One Touch of Venus“ präsent. TOBIAS HELL
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