Mehr als nur ein Hit

Ein glänzend aufgelegter Rick Astley begeistert mit viel Charme auf dem Tollwood

60 Jahr, volles Haar: Rick Astley beim Tollwood. © A. Scharf

An diesem Abend in der Tollwood Musikarena wollen alle nur das eine. Wenn Rick Astley auftritt, dann wartet das gesamte Publikum natürlich auf den Mega-Hit des Engländers: „Never gonna give you up“. Mit diesem Lied wurde Rick Astley im Jahr 1987, also vor fast 40 Jahren, zum Superstar und einige Jahrzehnte später zum Internet-Meme, was seiner Karriere – oder zumindest seiner Bekanntheit auch bei einem jüngeren Publikum – zu neuem Schwung verhalf.

Dabei ist Rick Astley mehr als ein One-Hit-Wonder, er ist vor allem ein begnadeter Entertainer und Performer. Auf der Bühne sprüht er bei seinen Ansagen vor Witz und Selbstironie. Etwa wenn er mit seinem Alter und seinem gleichzeitig immer noch „wunderschönen Haar“ kokettiert. Wenn er sich bei der Hitze im Tollwood-Musikzelt erst mal einen Martini einschenkt. Und wenn er klarstellt, dass er „Never gonna give you up“ natürlich erst als letzte Nummer des Abends spielen wird, weil sonst wohl die Hälfte des Publikums schon nach Hause gehen würde.

Davon ist nicht auszugehen, selbst wenn ein großer Teil der Zuschauer nur wegen dieses Songs hier ist. Denn Astley ist außerdem ein Vollblutmusiker, der mit seiner neunköpfigen Band viel Soul, viel R’n’B und Gospel einstreut. Die Spielfreude zeigen auch einige großartige Coverversionen, von AC/DCs „Highway to Hell“ über Roy Orbisons „Pretty Woman“ bis zu Rayes „Where the fuck is my husband“, mit Rick Astley an den Drums. Nur manchmal hätte die Instrumentierung ein wenig zurückgenommener sein dürfen, damit Astleys besondere Stimme noch besser zur Geltung hätte kommen können.MARC KNIEPKAMP

Samstag, 11. Juli 2026
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