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Welch ein Glück!

„Coyote vs. Acme“ ist eine wunderbare Hommage an die klassischen Kurz-Cartoons

Muss man sich Sisyphos als unglücklichen Kojoten vorstellen? Seit 1949 jagt Wile E. Coyote in den Road-Runner-Cartoons den rasenden Titelvogel. So unablässig wie stets spektakulär erfolglos. Liegt‘s an ihm? In „Coyote vs. Acme“ lässt Wile E. sich von einem abgehalfterten Anwalt (Will Forte) überreden, jene Firma zu verklagen, die ihm das Fallensteller-Material liefert. Was zur Aufdeckung eines gewaltigen Komplotts gegen Zeichentricktiere führt.

Die brillante erste Hälfte dieser gekonnten Mischung aus Animation und Realfilm ist eine wunderbare Hommage an das Genie der klassischen Warner-Bros.-Kurz-Cartoons um Road Runner, Bugs Bunny, Daffy Duck & Co. Mit hoher Gagdichte und voller liebevoller Anspielungen, Gastauftritte (Tweety als Spitzel!) und Ehrerbietungen am Rande.

Der heutige Warner-Bros.-Konzern wollte das alles für schnöden Steuerabschreibungsgewinn in die Tonne treten. Ausnahmsweise war aber Internet-Zorn einmal hilfreich. Der Film wurde gerettet, von einem anderen Verleih nun auf die Leinwände gehievt. Welch Glück! Auch wenn die zweite Hälfte sich dann zunehmend glatt, sentimental ins Handbuchschema von US-Mainstreamkomödien fügt: „Coyote vs. Acme“ ist eine Freude für alle Fans des anarchischen Zeichentrick-Slapstick, die im Finale ein paar berührende Gedanken hat zur Notwendigkeit eines – und sei es unerreichbaren – Ziels im Leben.T. WILLMANN

„Coyote vs Acme“

Die schönste, schlauste halbreale Cartoonklassiker-Hommage seit „Roger Rabbit“.

Hervorragend

Freitag, 2. Oktober 2026
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