Mein Küchengeheimnis

Zum Wiesn-Start: Backen mit Bier

von Redaktion

von stephanie Ebner

Während andere nach einem anstrengenden Arbeitstag von einem bequemen Sofa träumen, auf dem sie es sich gemütlich machen, stellt Tanja Kühn die Küchenmaschine an und bäckt – „eben mal schnell“ – einen Kuchen. „Es gibt nichts Entspannenderes“, sagt die Hobbybäckerin. Ihr erster Weg zu Hause in Moorenweis (Landkreis Fürstenfeldbruck) führt sie daher stets in die Küche. Zum Aufheizen des Backofens.

Tanja Kühn kann zu jeder Tages- und Nachtzeit mit ihrem Hobby loslegen. Die Grundzutaten hat sie immer zu Hause. Die Butter kauft die Hobbybäckerin beispielsweise im 40-Kilogramm-Block ein und friert diesen portionsweise ein, Mehl besorgt sie in der nahen Mühle, die Bio-Eier beim benachbarten Bauern. Marmelade, die sie zum Füllen ihres Gebäcks braucht, kocht sie selbst ein.

Auch wenn die gelernte Zahntechnikerin ihre Zutaten kiloweise einkauft, lange halten diese nicht vor. Denn die 25-Jährige liebt es zu backen. Fast täglich schiebt sie einen Kuchen ins Rohr. Hunderte im Jahr. Freunde und Arbeitskollegen kommen in den Genuss ihrer Kreationen – sie selbst hat die meisten Kuchen niemals probiert. Und wenn überhaupt, ist „nach drei oder vier Gabeln Schluss. Mehr mag ich nicht.“ Es geht Tanja Kühn allein ums Backen und Dekorieren.

Die 25-Jährige denkt sich die Kuchen selbst aus. „Wenn ich ein Rezept lese, überlege ich mir immer, wie es schmecken könnte und wie man es noch verbessern könnte.“ So ist auch ihr Biergugelhupf entstanden.

„Mit drei Jahren habe ich den ersten Kuchen fabriziert.“ Damals mithilfe der Großmutter. Die habe ihr alle Tricks verraten. Es gibt nichts, was Tanja Kühn nicht ausprobiert. Sie liebt traditionelle Kuchen genauso wie Motivtorten. Ihr Rekord waren 18 Kuchen an einem Tag. Demnächst richtet sie das Kuchen-Buffet für 130 Leute aus. Ins Schwitzen kommt sie bei dem Gedanken nicht. „Das ist alles eine Frage der Organisation“, sagt sie lässig. Und der Öfen – ihr Glück, dass sie im selben Haus wie ihre Eltern lebt. Da kann sie auch mal einen Kuchen bei ihrer Mutter backen.

Der Fantasie sind beim Backen keine Grenzen gesetzt. „Ich liebe wilde Kreationen“ – so ist auch ihr Biergugelhupf entstanden. Beim Anschneiden hat er einen Wow-Effekt, der ganz simpel geht, wie die Hobbybäckerin verrät. Keine 20 Minuten steht sie in der Küche, dann ist der Kuchen auch schon fertig gerührt – „und das war heute langsam“, sagt sie mit einem Lachen.

Backen und Kuchen sind ihr Leben. Auch wenn Tanja Kühn auf Reisen geht. In London war sie auf der Spur nach dem besten Apple Pie, in Kroatien hat sie den dort heiß geliebten Orangen-Quarkkuchen ergründet. „Ich gebe erst Ruhe, wenn ich weiß, was in die Form reinkommt.“

Tanja Kühn teilt ihre Backleidenschaft mit Freunden. Wann immer ein Geburtstag oder eine Hochzeit ansteht, wird sie um einen süßen Beitrag gefragt. Eine achtstöckige Torte war ihr Rekord – bisher. Ihre schönsten und spannendsten Kreationen stellt die Bäckerin ins Netz – unter „Tanjas Kuchenträume“. Nur um Blätterteig macht die junge Frau einen großen Bogen. „Den habe ich noch nie ausprobiert.“

So wie Bier. „Ich trinke nichts. Höchstens mal ein Radler.“ Trotzdem freut sich Tanja Kühn aufs Oktoberfest, auf die Früchtespieße und das Riesenrad. Dort oben, über den Dächern Münchens, gerät die Zuckerbäckerin ins Schwärmen. Alles sieht kunterbunt aus. Wie ihre Kuchen, die sie eines Tages im eigenen Café verkauft. Vielleicht wird ihr Traum ja irgendwann wahr.

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