Katrin Lux liebt die Weihnachtszeit: Überall duftende Kerzen, stimmungsvolle Musik, üppige Dekoration, wohin man blickt. Da muss die Fanny-Lechner-Darstellerin aus der beliebten Fernseh-Serie „Dahoam is Dahoam“ gar nicht schauspielern: „Meine liebste Zeit im Jahr“, sagt sie schwelgend.
Zuhause hat die 37-Jährige einen ganzen Schrank mit Weihnachts-Dekoration. Die diversen Kugeln, Hirsche und Kerzen hat sie in den letzten Tagen übers ganze Haus verteilt. Letztere müssen bei ihr übrigens unbedingt nach Tanne duften: „Ich liebe den Geruch von Tanne an Weihnachten.“
Der Duft nach selbst gebackenen Plätzchen darf natürlich auch nicht fehlen. Jetzt steht Katrin Lux in der Brunnwirt-Küche, sie trägt ihre knallgrüne Kochjacke. Schnell sind die Zutaten bereitgestellt.
Das Schöne an Zimtsternen ist, dass man nicht viele Zutaten braucht: Mandeln, Puderzucker, Eier und natürlich Zimt. Das war’s auch schon. „Die gehen so einfach, dass sie meine Kinder alleine backen.“ Denn, das muss Katrin Lux zugeben, in der Adventszeit zur Ruhe zu kommen und entspannt Plätzchen zu backen, sei ein großer Luxus. Nicht immer schafft sie das, bedauert sie.
In der Brunnwirt-Küche greift Katrin Lux zum Nudelholz – zuhause rollt sie den Teig mit einer Wasserflasche aus. „Das geht genauso“, hat sie festgestellt und fügt erklärend hinzu: „Ich habe eine kleine Küche. Da ist nicht so viel Platz für Schnickschnack.“ Not mache eben manchmal erfinderisch.
Die Teigplatte soll nicht zu dünn sein. Dann schmecken die Platzerl besser. „Eigentlich müsste man sie auch gar nicht backen“, lacht Katrin Lux und stibitzt einen Krümel. Schön sei es, wenn man ganz unterschiedliche Sternchenausstecher benutzt – „der große ist der Papa-Stern, der mittlere der Mama-Stern, die kleinen die Kindersterne. Ganz wie bei uns zuhause.“
Aus den Teigresten bastelt die Schauspielerin Gesichter oder Männchen, die sie mitbäckt („Ich verwerte alles. Bei mir bleibt nichts übrig.“). Würde sie jetzt zuhause backen, würden die Zimtsterne noch mit Goldglitter oder bunten Kugeln bestreut. Doch beim Brunnwirt geht es klassisch zu – das versteht sich von selbst.
Beim Zuckerguss-Bestreichen fängt Katrin Lux plötzlich fröhlich an zu trällern. Ein „Alle Jahre wieder“ schallt durch die Filmkulissen und man fühlt sich beinahe mitten in einer Filmszene, in der sie als Fanny Lechner mit der Brunnwirtin ihren Kampf ausficht. Musik in der Küche zum Plätzchenbacken: ja oder nein? Ginge es nach Katrin Lux alias Fanny Lechner, lautet die Antwort ganz klar: mit Musik geht alles besser.
In der Zwischenzeit sind die Plätzchen im Rohr, ein süßer Duft hängt in der Luft. Zeit, kurz innezuhalten. Zuhause hat Katrin Lux überall Post-its aufgehängt. Die knallgelben Zettel sollen sie daran erinnern, die Adventszeit entschleunigt anzugehen: Es muss eben nicht dauernd dies oder jenes noch eben schnell erledigt werden.
„Weihnachten soll die Zeit sein, in der man sich darauf besinnt, auf was es wirklich ankommt“, philosophiert sie beim Warten auf die fertigen Zimtsterne. In ihrem Fall ganz klar die Familie. Diese lebt in München und in Oberösterreich, wo sie aufgewachsen ist. Das Mostviertel mit den charakteristischen Birnbäumen ist ihr großer Stolz, die Schauspielerin hat sogar ein Buch darüber geschrieben, „Mild und Wild“ heißt es. Kartin Lux musste erst – wie so oft – in die Ferne schweifen, um das Liebenswerte an ihrer Heimat zu entdecken. Bereits mit 16 Jahren arbeitet sie als Model, macht aber erst eine Ausbildung zur Bürokauffrau, bevor sie die Schauspielschule besucht. Sie spielte in zahlreichen Filmen und Serien mit, u.a. im „Tatort“ und im „Preis der Unschuld“. Von 2005 bis 2011 verkörpert sie im „Marienhof“ die Yasemin Garcia. Seit 2013 spielt sie in „Dahoam ist Dahoam“ mit.
Zurück zu Weihnachten: Die Plätzchen sind fertig und schmecken himmlisch. So gut, dass sie garantiert nicht bis Weihnachten reichen.