Mein Küchengeheimnis

Fisch zu Silvester bringt Glück

von Redaktion

von Stephanie Ebner

Zu Silvester gibt es zahlreiche Bräuche, die Glück bringen sollen. Viele davon drehen sich ums Essen, insbesondere um Fisch. Der Karpfen gilt hierzulande beispielsweise als Glücksbote. Eine getrocknete Schuppe im Portemonnaie soll für reichlich Geld im neuen Jahr stehen. Tradition ist bei vielen auch, dass es am letzten Tag im Jahr Fisch gibt.

Dass bei den Dechants in Starnberg zum Jahreswechsel Fisch auf den Tisch kommt, ist naheliegend. Die Dechants zählen schließlich zu den ältesten Fischerfamilien im Fünfseenland. Für Silvester haben sie uns ein besonderes Fisch-Menü zusammengestellt. Alle Gänge lassen sich zu großen Teilen vorbereiten – „so hat man mehr Zeit für seine Gäste“, sagt Daniela Dechant. Sie tritt zusammen mit Timo Röpke den Beweis an. Der 39-Jährige kocht seit heuer im „Dechant Fischladen und Restaurant“.

Die meisten Schritte sind vorbereitet, so bleibt Daniela Dechant Zeit, über die Traditionsfamilie zu erzählen, die seit dem 16. Jahrhundert im Besitz des Fischereirechts am Starnberger See ist. Peter Dechant übernahm 2009 das 1986 gegründete Fischgeschäft von seinen Eltern und führt es seitdem zusammen mit seiner Frau Daniela. Sie leitet zudem das Restaurant. „Es ist ein Privileg“, sagt sie stolz und hat deswegen in diesem Jahr auch die Fischereiprüfung gemacht. Als Ehefrau von Fischer Peter ist sie zur Ausübung des Fischereirechts berechtigt. Denn das Fischereirecht kann man nicht kaufen, man muss es vererbt bekommen.

Ursprünglich hat Daniela Dechant, die aus München stammt, Dekorationsschneiderin und Raumausstattung gelernt. Ein Beruf, der ihr immer noch zugutekommt: Liebevoll sind das Geschäft und das Lokal dekoriert. Auch bei den Dechants zuhause spielt Fisch eine große Rolle – wohin man blickt: nichts als Fisch. Selbst die Handtuchhaken in der Küche sind in Fischform. „Wir leben das Thema Fisch“, sagt die Fischerin mit einem Lachen und fügt dann ernst hinzu: „Die Verantwortung für Natur und Umwelt liegt mir am Herzen.“

In der Küche brät Timo Röpke unterdessen den ausgelösten Langustenschwanz an. Sein Tipp: Fisch nie zu lange braten. Er trocknet sonst aus und kann zäh werden. Wie Fleisch auch, wird Fisch niemals eiskalt angebraten. Man nimmt ihn rechtzeitig aus dem Kühlschrank.

An Silvester wird nicht nur gerne Fisch gegessen, die meisten fassen auch Vorsätze. Da bildet Daniela Dechant keine Ausnahme. Natürlich hat ihr Wunsch etwas mit Fisch zu tun: Sie nimmt sich für 2018 vor, mindestens zweimal die Woche hinaus auf den See zu fahren, um auch den drei Kindern die Tradition näherzubringen.

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