Überall in den Supermärkten lachen sie uns derzeit an. Sie haben eine harte Schale und einen ganz weichen Kern. Und der hat es in sich, denn Walnüsse sind extrem gesund. Sie enthalten neben Omega-3-Fettsäuren und Alpha-Liponsäuren höchste Konzentrationen von Anti–oxidantien. Und diese spielen bei fast allen Erkrankungen eine zentrale Rolle, insbesondere bei der Entstehung von bösartigen Tumoren und Gefäßverkalkungen.
Apropos Gefäßverkalkung: Eine Münchner Arbeitsgruppe konnte jetzt nachweisen, dass der regelmäßige Verzehr naturbelassener Walnüsse zu einer Absenkung des schlechten Cholesterins führt und das unabhängig davon, ob und wie viele Fette oder Kohlenhydrate die Ernährung enthält. Somit ist der alleinige Walnussverzehr der ausschlaggebende Faktor für den positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel.
Egal ist auch, ob man die Walnüsse als Bestandteil der Hauptmahlzeit oder als Snack zwischendurch zu sich nimmt, der Cholesterinspiegel sinkt immer. Daher sollte jeder mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung täglich frische Walnüsse zu sich nehmen – sofern er sie verträgt. Denn sie beugen den Gefäßverkalkungen gleich doppelt vor. Einerseits durch den hohen Gehalt an Anti–oxidantien und Omega-3-Fettsäuren, andererseits durch die cholesterinsenkende Wirkung.
Doch warum werden Walnüsse zu den sogenannten Superfoods, also Nahrungsmitteln mit besonders vielen positiven Wirkungen auf die Gesundheit, gezählt? Möglicherweise sind die so positiven Gesundheitswirkungen der Walnüsse nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass sie die bakterielle Zusammensetzung des Darms, also das „Mikrobiom“, günstig beeinflussen.
Bisher hielten viele Bakterien vor allem für Krankheitserreger. Doch seit Kurzem gibt es in der Forschung revolutionäre Erkenntnisse: Bakterien sind lebensnotwendig und ohne sie werden wir tatsächlich krank. Die Bakterienbesiedlung des Darmes ist wichtiger und zentraler, als man bisher angenommen hat. Nicht nur die Verdauung, sondern das Immunsystem, viele chronische Erkrankungen und sogar die Psyche hängen wesentlich von der Darmgesundheit ab.
Übertriebene Hygiene, Antibiotika und besonders falsche Ernährung können die Darmflora verändern und zu einer Abnahme der gesundheitsfördernden und einer Zunahme krank machender Darmbakterien führen. Forscher untersuchten nun die Darmflora von Probanden, die täglich etwa 100 Gramm Walnüsse, das entspricht etwa acht Stück, zu sich nahmen, und verglichen diese mit Probanden, die keine Walnüsse aßen.
In der Walnuss-Gruppe stieg nicht nur die Zahl der nützlichen Darmbakterien (Typ Lactobacillus) an, sondern eine Vielzahl guter Darmbakterien. Die Zahl krank machender Darmbakterien sank hingegen signifikant ab. Die Forscher konnten so nachweisen, dass Walnüsse eine „probiotische“ Wirkung besitzen, also zur Darmgesundheit beitragen. Die Walnuss verdient wirklich den Namen „Superfood“.
Und sind die Walnüsse eigentlich Kalorienbomben? Eigentlich ja, aber fünf Walnüsse pro Tag haben weniger als 200 Kalorien und machen lange satt. Außerdem sind sie eben richtig gesund.
HERZENSSACHE
von Dr. Barbara Richartz