„Mit der Pizza ist es wie mit unseren Knödeln. Erlaubt ist, was schmeckt. Knödel sind unheimlich vielfältig.“ Beim Knödel gebe es kein Richtig oder Falsch, mit dem Grundprodukt Knödel könne man spielen. Mal schmeckt die runde Köstlichkeit aus Bayern als Begleiter, mal ist der Knödel selbst der Hauptdarsteller auf dem Teller. „Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, Knödel zu servieren.“
Wichtig ist Michaela Schmitz-Guggenbichler, dass ihre Zutaten für die Knödel aus der Region stammen und Saison haben. Deshalb hat sie sich diesmal für eine gefüllte Schwammerl-Knödelrolle sowie Erdbeer-Knödel entschieden.
Michaela Schmitz-Guggenbichler steht in ihrer Küche in Birkenstein und dreht Knödel. Ganz routiniert. An manchen Tagen sind es hunderte, Mitte August werden es deutlich mehr. Zum Knödelfest in Fischbachau an Maria Himmelfahrt wird die 44-Jährige zusammen mit ihren Mitstreiterinnen um die 2000 Knödel formen.
„Das wird dann schon anstrengend.“ Das Knödelfest findet heuer bereits zum elften Mal statt, erklärt die gelernte Hotelfachfrau voll Freude. „Beim ersten Mal haben die Leute uns überrannt. Da waren wir mittags ausverkauft.“ Jetzt würden halt einfach mehr Knödel geformt. Ihr größter Stolz ist gerade eine alte Knödelbrotschneidemaschine, die ihr Mann erstanden hat. „Die können wir hier gut gebrauchen.“
Maria Schmitz-Guggenbichler betreibt in ihrem Gasthof „Alte Bergmühle“ im oberbayerischen Fischbachau eine Knödel-Kochschule. Sie kennt sich mit der bayerischen Leibspeise aus, weiß Tipps und Tricks, wie die Knödel am besten gelingen: Wichtig ist unter anderem, dass der Teig nicht zu weich ist („sonst fällt der Knödel im Wasser sofort auseinander“) und dass man den Teig vor dem Kochen ziehen lässt. „So kann sich die Stärke mit der Flüssigkeit verbinden.“ Ihr persönlicher Knödel-Favorit sind die Spinatknödel. Auch hierzu gibt es einen Tipp von der Fachfrau. „Die gewaschenen Spinatblätter gut ausdrücken, sonst fällt der Knödel auseinander.“
Michaela Schmitz-Guggenbichler lässt sich für ihre Knödel-Kreationen gerne von alten Kochbüchern inspirieren. „An den Teigen braucht man nichts mehr verbessern, alles ist ausgereift“, sagt sie und fügt hinzu: „Bei der Füllung kann man seiner Fantasie dann freien Lauf lassen.“
Dass sie bayerische Knödel-Spezialistin wurde, ist eher Zufall, wie die Mutter von zwei Kindern sich an die Anfänge erinnert. Gäste fragten immer wieder nach der besten Zubereitungsart für den bayerischen Klassiker. „Irgendwann haben wir dann mit den Kochkursen angefangen.“ Auch ein Buch (Titel: „A runde Sach“ hat sie über Knödel geschrieben, das zweite ist gerade in Arbeit.
Witzigerweise stand die Wiege ihrer Vorfahren einst gar nicht in Bayern, wie man vielleicht vermuten würde, sondern im Rheinland. „Meine Eltern haben sich in den 1970er-Jahren einen Traum erfüllt und sind nach Bayern gezogen, um hier eine Pension zu führen.“ Das alles erzählt Michaela Schmitz-Guggenbichler in angenehmstem Baierisch, nichts erinnert mehr an die Wurzeln in Köln.
Auch das Gwand ist typisch für die Region hier. Michaela Schmitz-Guggenbichler hat um die 20 Dirndl im Schrank hängen. Das gehöre für sie einfach dazu, sagt sie während des Knödelformens. Knödel sind ihr Leben, von denen kann sie nie genug bekommen. Denn „Knödel machen glücklich“. Egal, ob süß oder doch lieber pikant. Knödel schmecken in Bayern immer. A runde Sach halt. Das kulinarische Bekenntnis der 44-Jährigen: „So schmeckt Bayern am besten.“