Mein Küchengeheimnis

„Der Apfelauflauf meiner Kindheit“

von Redaktion

von Stephanie Ebner

Wer in Salzburg geboren und in Wien aufgewachsen ist, für den gehören Mehlspeisen zwangsläufig zum Leben. Österreich ist berühmt für seine Mehlspeisen, die Salzburger sind stolz auf ihre Nockerl und Stephanie Rinner auf ihren Apfelauflauf.

„Der schmeckt für mich nach Kindheit.“ Den Apfelauflauf liebt jeder in ihrer Familie. Egal, ob frisch aus dem Ofen als warmes Mittagessen, etwas abgekühlt zum Kaffee oder gar gut durchgekühlt am nächsten Tag als Frühstück. „Wir mögen den Apfelauflauf zu jeder Tages- und Nachtzeit.“

Der Apfelauflauf ist ein Ganztagesgericht. Deswegen bereitet ihn Stephanie Rinner auch nicht in einer Auflaufform zu, sondern in der Springform, das unterstreiche den „Multifunktions-Charakter“. Freilich könne man den Auflauf genauso gut auch in einer Auflaufform machen. In ihrer Familie habe die Großmutter immer zur Springform gegriffen. „Und das habe ich beibehalten.“

Stephanie Rinner liebt Süßspeisen, von der Oma hat sie die Liebe zum Backen geerbt. „Bei uns in der Familie herrscht am Herd noch die klassische Rollenverteilung. Die Frauen fürs süße, die Männer fürs Deftige.“ Das heißt aber nicht, dass die Frauen in der Familie am Herd stehen. „Ich stamme aus einem starken Frauenhaushalt.“

Die Frauen in ihrer Familie haben immer gearbeitet und ihren Lebensunterhalt verdient. „Deshalb hatte ich auch nie Bedenken, mich selbstständig zu machen. Mit Keksen.“ Sie sagt es mit einem selbstbewussten Grinsen. Nach der Matura mit integrierter Schneiderlehre absolvierte die heute 36-Jährige ein Exportstudium. Sie war lange in der Modebranche international unterwegs, bis sie vor vier Jahren an den Punkt kam: „Das will ich nicht mein ganzes Leben lang machen.“

Stephanie Rinner überlegte, was sie am besten kann, und machte ihre Leidenschaft Backen zum Beruf. Sie gründete das Unternehmen Keksdesign – „mein Startkapital war mein Auto. Ich habe bei null angefangen.“ Heute sagt sie voll Stolz, laufen die Backschule, die Food-PR und ihre Backbücher gut. In diesen Tagen kommt ihr mittlerweile viertes Buch auf den Markt (siehe Kasten rechts).

Sie vermittelt Spaß am Backen und hat selbst noch Spaß dabei.

Die 36-Jährige liebt es, ständig neue Sachen auszuprobieren. „Im Kühlschrank lagern eigentlich immer irgendwelche Teige.“ Nicht nur das Backen an sich bereitet ihr Freude. Dekoration wird bei ihr ganz groß geschrieben, da kommt die Modeschaffende in ihr durch. Kein Wunder, dass die Kollegen ihres Mannes mittlerweile ziemlich verwöhnt sind. Sie bekommen nämlich regelmäßig Kostproben ins Büro geliefert.

Die Wohnung in München ist gestylt und überwiegend in Weiß und Grautöne gehalten. Gestylt sind auch die Kuchen und Torten aus ihrer Küche. Ihr Motto: Aus wenig kann man ganz viel machen.

Die übrig gebliebenen Eiweiße verwandelt sie blitzschnell in kunterbunte Baisertupfer. Einfach schön anzuschauen. Und ganz nebenbei: Sie schmecken auch noch. So wie der Apfelauflauf auch.

Ein Hauch von Österreich mitten in München.

Artikel 4 von 7