Das Leben schreibt manchmal die schönsten Drehbücher: Ulrike Promberger wollte nach dem Abitur eigentlich Tiermedizin studieren. „Mein Traumberuf.“ Doch weil der Abi-Schnitt nicht für ein Medizin-Studium reichte, musste sie sich umorientieren. Sie entschied sich für ein Landwirtschaftsstudium, weil sie da auch mit Tieren zu tun haben würde. Ihr Glück: In Weihenstephan lernte sie ihren späteren Mann kennen, der dort auch eine Ausbildung machte. „Da war es super, dass er aus einer Landwirtschaft stammte.“ Heute lebt sie mit ihrem Mann in Polling, unweit ihrer Heimatstadt Weilheim auf einem Bauernhof und ist glücklich.
Hinterm Haus baut die junge Landwirtin Kartoffeln für den Eigenbedarf an. Sie genießt es, jederzeit in den Keller gehen zu können und die eigenen Kartoffeln zu holen. Mit Vorliebe zieht die 34-Jährige seltene Sorten wie den „Blauen Schweden“. Diese Kartoffelsorte zeichnet sich durch ihre intensive lila Farbe aus, die sie auch nach dem Kochen beziehungsweise Braten behält.
„Um Kartoffeln selbst anzubauen, benötigt man übrigens keinen großen Garten“, erklärt die Landfrau: Ein 20-Liter-Eimer reiche völlig aus. Ulrike Prombergers Tipp: In den Eimerboden Löcher bohren, sonst staut sich das Wasser. Den Eimer zur Hälfte mit Erde füllen, dann die angekeimten Kartoffeln hineinlegen und wieder mit zehn Zentimeter Erde bedecken. Sobald das erste Grün herausschaut, nochmals mit Erde bedecken. Erntezeit für die im April vorgezogenen Kartoffeln ist Sommer.
Mit solchen Tipps bringt Ulrike Promberger anderen das Landleben nahe. Im Sommer hat sie so zusammen mit ihrer Freundin und Ortsbäuerin-Kollegin Angelika Karg die „Expedition Kuhstall“ angeboten.
Wer in der Landwirtschaft arbeitet, weiß, dass es keine geregelten Arbeitszeiten gibt. Dennoch ist es den Prombergers wichtig, eine gemeinsame Mahlzeit einzunehmen. „Das ist bei uns vorzugsweise das Mittagessen.“ Dann versammeln sich alle am großen Küchentisch. So wie heute. Bei den verschiedenen Kartoffelgerichten ist für jeden Geschmack etwas dabei: Die Kinder lieben die ausgefallene Kartoffel-Pizza, die Erwachsenen sind von dem Gnocchi-Salat begeistert. „Ein idealer Salat zum Mitbringen“.
Die Gerichte kommen so gut an, dass Ulrike Promberger beschließt, im kommenden Jahr noch mehr Kartoffeln anzubauen. Denn die Knolle hat es einfach in sich.