„Wir wussten ja damals gar nicht, was uns erwartet. Als die Sendung ausgestrahlt war, sind die Leute zum Teil mit Bussen angereist. Das war der Wahnsinn.“ Zehn Jahre ist es her, dass Regina Mayer bei der Landfrauenküche mitmachte, als erste Vertreterin von Oberbayern. Noch heute weiß die Dietramszellerin genau, welches Menü sie damals den anderen Landfrauen auftischte: Topfenstriezel zum Aperitif, hinterher gab’s Pfannkuchensuppe und gefüllte Kalbsbrust. Den krönenden Abschluss schließlich machte eine Bayrisch Creme. „So etwas vergisst man nicht.“
Mittlerweile hat sich Regina Mayer an die Popularität gewöhnt. In diesem Jahr ist sie sogar erneut vor der Kamera gestanden: Für die Sendereihe „Mein Job – Dein Job“ ist die Dietramszellerin nach Alt-Delhi in Indien geflogen. „So viel Dreck habe ich noch nie gesehen“, sagt sie rückblickend über ihren Einsatz in einer Garküche. „Die ganze Zeit über wurden die Küchengeräte nicht gespült“, erzählt die Hauswirtschaftsmeisterin voll Abscheu -– „da lernt man, dass sehr scharfe Gewürze durchaus Sinn machen. Sie töten Bakterien.“
Normalerweise kocht Regina Mayer längst nicht so scharf, auch ist ihr die bodenständig bayerische Küche um einiges lieber: Sie bedauert, dass viele traditionelle Rezepte langsam in Vergessenheit geraten. So wie die Hasenöhrl beispielsweise. Ein klassisches Schmalzgebäck. „Zur Suppe gereicht, ist es ein ideales Freitagsessen“, sagt die Bäuerin, die versucht, mit ihrer Familie am Freitag gänzlich auf Fleisch zu verzichten.
Hasenöhrl sind im Übrigen kein Festtagsgebäck, betont Regina Mayer. Zu besonderen Anlässen wie Kirchweih werde süßes Schmalzgebäck rausgebacken. Der Teig für Hasenöhrl kommt dagegen völlig ohne Zucker aus. „Er besteht nur aus Topfen, Mehl und Salz.“
1975 hat die Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft nach Linden geheiratet, auf den Huberhof, der seit über 100 Jahren in den Händen der Familie Mayer ist. Vier Söhne und eine Tochter hat die Huber-Bäuerin großgezogen, mittlerweile gibt es auch schon eine Schar Enkel – 11 Buben und 3 Mädl. „Auf die bin ich sehr stolz“, sagt die Großmutter. Ein Gruppenbild von allen hängt im privaten Esszimmer der Familie. Die zwei jüngsten Enkel, Anian (2) und Franz-Josef (10 Monate) leben mit der Großmutter unter einem Dach.
Mit ihrer Schwiegertochter Barbara (23) steht die Senior-Chefin heute in der Küche. „Wenn die Hasenöhrl beim Backen aufgehen, weiß man, dass der Teig genau richtig ist“, erklärt die erfahrene Köchin ihrer Schwiegertochter das Traditionsgebäck. Diese betreibt zusammen mit ihrem Mann Rochus nicht nur die Wirtschaft „Beim Huber in Linden“, sondern auch ein Catering-Unternehmen.
Die Hasenöhrl finden gleich noch in der Küche ihren ersten Abnehmer. Sohn Franz-Josef beißt herzhaft in das Schmalzgebäck. So soll es sein. Denn ganz frisch schmecken sie am besten. [Die neueste Staffel der Landfrauenküche läuft derzeit. Am kommenden Montag, 12. November, bekocht Irmi Lamprecht aus Oberbayern ihre Kolleginnen. Die Sendung beginnt um 20.15 Uhr im BR.)