Zum Fest: Einfach schmeckt‘s am besten!

von Redaktion

Die Ente ist ein wahrer Klassiker zu Weihnachten. Hans Jörg Bachmeier, Küchenchef vom „Blauen Bock“ in München, zeigt uns deshalb ein Rezept für einen alternativen Entenbraten – serviert mit Maronen und Chicorée.

VON STEPHANIE EBNER

Tradition wird zu Weihnachten großgeschrieben. Das gilt besonders auch fürs Essen. Doch Traditionen sind auch dazu da, sie einfach mal über den Haufen zu werfen. Erst im vergangenen Jahr hat Teilnehmer Hans Smits die „ewigen Würstl“ an Heiligabend abgeschafft. „Nach über 30 Jahren war das nicht einfach.“ Jetzt überdenkt er sogar das Weihnachtsmenü. Noch in der Kochschule von Hans-Jörg Bachmeier sagt der Hobbykoch begeistert: „Ich muss mit meiner Frau sprechen.“

Bachmeier hat ein „Weihnachtsmenü für Kurzentschlossene“ kreiert. Er spielt mit den Festtagsklassikern Shrimps und Ente: Der Cocktail-Klassiker aus den 1970er- Jahren kommt zeitgemäß mit knackigem Gemüse und selbst gemachter Cocktailsoße auf den Tisch. Die Mayonnaise dazu ist selbst gemacht – „geht schneller, als sie im Supermarkt zu suchen“. (Zutaten: 2 sehr frische Eigelb, 1 TL mittelscharfer Senf, ca. 1/4 l neutrales Öl, 1-2 EL Zitronensaft, Salz und Pfeffer.). Mit dem Zauberstab ist sie zackig gemixt und gelingt garantiert. Voraussetzung: Alle Zutaten haben Zimmertemperatur.

Der Hauptgang selbst ist in gut einer halben Stunde zubereitet. Bachmeiers Motto fürs Fest: „Einfach schmeckt’s am besten.“ Vorausgesetzt man greift zu guten Produkten. Das ist das A und O. Auch Tiefkühlware bei den Shrimps sei nicht zu verdammen. Wichtig: „Immer Salzwasser-Produkte nehmen. Nie Süßwasser-Garnelen.“ Letztere seien oft „voll von Pestiziden und Antibiotika“.

Kopf abdrehen, Schale am Bauch ablösen und nicht vergessen, den Darm herauszulösen. So werden die Shrimps verarbeitet. In einer Marinade mit Limetten. Diese sind fruchtiger als Zitronen, die mehr säurebetont sind. Die Shrimps-Karkassen wandern nicht in den Müll: Die geben ihr Aroma an das Öl ab, mit dem Bachmeier die Avocado später beträufelt. Der Küchenchef: „Der intensivste Geschmack sitzt in der Schale und auch im Eingeweide.“

Weil die Weihnachtsküche in diesem Jahr nicht aufwendig sein soll, hat sich Bachmeier eine Alternative zu Fonds und Soßen ausgedacht. Die rosa gebratene Ente reicht er mit glacierten Maronen und Chicorée.

Später am Tisch stellt Max Strehler fest: „Das ist machbar.“ Und zugleich etwas wirklich Besonderes. So hat man die Ente zu Weihnachten noch nicht genossen.

Artikel 4 von 4