Krone-Chefin liebt es in der Küche einfach

von Redaktion

Während es in der Circus-Manege nicht spektakulär genug zugehen kann, liebt es die Münchner Krone-Chefin zu Hause, in ihrer Küche, schlicht. „Je einfacher, desto besser“, sagt Jana Mandana Lacey Krone. Die 39-Jährige verrät ihr Lieblingsgericht: „Parmiciana di melanzane“.

VON STEPHANIE EBNER

Bevor sich Jana Mandana Lacey Krone in der winzig kleinen Küche ihrer Münchner Wohnung ans Werk macht, bindet sie sich eine zauberhaft bestickte Küchenschürze um. Retro-Stil könnte man vermuten. „Nein“, sagt sie, alter Familienbesitz, von der Oma selbst gestickt. Die in Pastellfarben gehaltene Schürze mit Blümchendekor nimmt die 39-Jährige im Sommer immer mit auf Tour. Ihr ganz privates Stück Krone fern von zuhause, wenn sie in der Küche ihres Campers steht und kocht. „Einmal am Tag versuchen wir alle zusammen zu essen“, sagt die Artistin, die mit Löwen-Dompteur Martin Lacey verheiratet ist und einen Sohn hat.

Seit knapp zwei Jahren ist sie das Oberhaupt der Krone-Dynastie. Die Münchner Institution feiert in diesen Tagen 100-jähriges Bestehen. An die Tatsache, Circus-Direktorin zu sein, hat sich die 39-Jährige immer noch nicht gewöhnt. „Es bleibt aber auch nie Zeit, darüber nachzudenken.“ Selbst an spielfreien Tagen nicht – eine ihrer Stuten hatte am Vortag Zahnbeschwerden. „Da habe ich den halben Tag im Stall verbracht.“

Durch die jahrzehntelange Arbeit mit den Tieren hat sie ihr Wissen rund um Pflege und Haltung der Tiere perfektioniert. „In einem anderen Leben wäre ich vielleicht Tierärztin geworden“, sinniert sie später, als sie kurz auf dem blauen Sofa im Wohnzimmer Platz nimmt, das Circus-Krone-Wappen ist mit Gold-Faden eingestickt.

Egal, was passiert, das gemeinsame Essen ist der Familie wichtig. Essenszeit im Circus Krone ist meist zwischen den beiden Vorstellungen. „Wenn mein Mann Martin mit dem Nashorn in der Manege ist, schiebe ich die Auflaufform in den Ofen.“ Dann steht das Essen au dem Tisch, sobald der Vorhang in der Manege gefallen ist.

Die Familie versammelt sich um den großen Esstisch, so wie sie es schon gemacht hat, als Senior-Chefin Christel Sembach-Krone noch lebte. Tradition wird nicht nur in der Manege großgeschrieben. Die Circus-Familie legt auf Tischsitten großen Wert: Jana Lacey Krone deckt den Tisch mit goldenen Sets ein, das Service hat einen Goldrand. Christel Sembach-Krone hat sich das Geschirr von ihrem ersten Gehalt gekauft, erzählt ihre Adoptiv-Tochter.

Die Krone-Familie ist allgegenwärtig. 100 Jahre Geschichte auf engstem Raum. Jana Lacey Krone ist, seit sie denken kann, Teil der Familie. Die Eltern waren eng mit Christel Sembach-Krone befreundet. Ihren ersten Auftritt hatte sie bereits als Dreijährige. „Ich habe so lange gebettelt, bis ich in die Manege durfte.“ Ihre Aufgabe damals: Die Dreijährige musste ein Zwergpferd zu Bett bringen und liebevoll zudecken. Den Pferden ist sie treu geblieben. Heute ist sie für den gesamten Marstall mit rund 60 Pferden verantwortlich, in der Manege präsentiert sie die Pferde-Nummer.

2001 adoptierte die kinderlose Krone-Chefin die junge Artistin. Seit deren Tod vor zwei Jahren leitet Jana Mandana Lacey Krone einen der größten Zirkusse der Welt.

Rund 200 Artisten und Mitarbeiter reisen mit dem Circus Krone durch Europa, im Winter gastieren sie drei Monate im Stammhaus in München. Damit sie sich fern der Heimat zuhause fühlen, muss die Zirkusküche passen. „Essen sorgt für familiäre Stimmung überall auf der Welt, das gilt für uns genauso wie für unsere Mitarbeiter.“ Deswegen gibt es in der Mitarbeiterküche regelmäßig Wunsch-Gerichte: Während die Südeuropäer mit guter Pasta glücklich zu machen sind, träumen die Ost-Europäer von deftigen Kartoffelgerichten. Von einer südländischen Artistin stammt auch die „Parmigiana di melanzane“, die Jana Mandana Lacey Krone auftischt.

Heimat-Küche, die schmeckt.

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