von Redaktion

Artischocken kurbeln die Fettverbrennung an, entgiften und tun der Galle gut. „Sie sind Detox pur für unseren Körper“, sagt Hans Jörg Bachmeier. Der Küchenchef vom „Blauen Bock“ in München zeigt in seiner Kochschule diesmal, wie man der gesunden Knospe zu Leibe rückt. Der Aufwand lohnt.

VON STEPHANIE EBNER

„Ich mag Artischocken sehr gerne, aber ich habe mich noch nie an sie herangetraut.“ So wie Teilnehmerin Marlene Schuster geht es vielen. Artischocken werden in den Gemüseregalen oft links liegen gelassen. Aus Angst, nicht mit der Knospe umgehen zu können. „Dabei gibt es kaum ein so gesundes und aromatisches Gemüse wie die Artischocke“, sagt Hans Jörg Bachmeier und zeigt den Teilnehmerinnen, wie man sich an das verkannte Gemüse heranwagt. Der Profi arbeitet sich mit Sägemesser und Teelöffel zum Artischocken-Boden vor, der am aromatischsten ist. Den Blättern, die die Franzosen in eine Vinaigrette tunken, schenkt Bachmeier diesmal keine Beachtung.

Zum Bearbeiten der Knospe muss ein Zitronen-Wasser bereit gestellt werden, um die Artischocke darin einzutauchen. Nicht dass sie braun anläuft. „Der Umgang mit der Artischocke braucht etwas Übung – doch bei der dritten haben Sie den Dreh raus“, versichert der Profi.

Dazu soll es frittierte Ziegenfrischkäse-Ravioli geben. Weil auch viele sich scheuen, den Nudelteig selbst herzustellen, nimmt Bachmeier Frühlingsrollenteig. Der wird, wenn er frittiert wird, schön kross. Wichtig: Den Teig erst herausholen, wenn man ihn weiterverarbeiten will, sonst trocknet der Teig aus.

Wem das Frittieren zu fettig ist, dem rät Bachmeier, die Ravioli im Ofen zu backen. „Allerdings werden die Teigtaschen dann nicht so kross.“

Die getrockneten Tomaten, die für die Füllung benötigt werden, kann man übrigens ganz schnell selbst herstellen: Dazu Tomaten häuten, vierteln und entkernen und einzeln auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Mit Meersalz, Thymian und Puderzucker bestreuen. Für circa drei Stunden bei 80 Grad in den Backofen schieben, bis sie schön trocken sind.

Später am Tisch sind die drei Kochschul-Damen von dem Gericht begeistert und überlegen, sich auch zu Hause mal an die Artischocke zu wagen – das ist kein Hexenwerk, sind sie sich einig: Mit ein wenig Übung klappt’s. „Gut, dass die Artischocken-Saison gerade beginnt“, freut sich Johanna Schmidbauer.

Auch wenn die Bezeichnung Tatar zunächst in die Irre führt – in diesem Tatar ist nicht ein Hauch von Fleisch. Stattdessen arbeitet der Küchenchef mit Roter Bete. Die Variante begeistert – es muss wirklich nicht immer Fleisch sein. Hier fehlt es überhaupt nicht. Vielmehr das Gegenteil ist der Fall. Teilnehmerin Ingrid Bohn: „Wahnsinn, was in diesem Gemüse alles steckt.“

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