Genuss hat eine Heimat

von Redaktion

Peiting ist stolz, ein Genuss-ort zu sein. 100 solcher Orte gibt es in ganz Bayern. Jetzt hat die Marktgemeinde im Pfaffenwinkel die Auszeichnung zum Anlass genommen, mit lauter regionalen Produkten ein Menü zu kreieren. „Hier hat Genuss eine Heimat“, sind die Peitinger überzeugt.

VON STEPHANIE EBNER

In der Mitte der Küche steht ein großer Servierwagen. Beladen mit frischen Lebensmitteln: Karotten, Kartoffeln, frische Kräuter, verschiedene Milchprodukte, Fleisch. „Alles kommt aus der Region“, sagt Josefine Huber, die die Lebensmittel an die Schüler der 10. Klasse verteilt. Peitinger Genuss-Gerichte stehen heute auf dem Stundenplan im Fach Ernährung und Gestaltung an der Mittelschule Peiting.

Generalprobe am Herd für die kommende Woche. Dann hat die Marktgemeinde 50 Ehrengäste geladen, um sich als Genussort mit lokalen Lebensmittel-Produzenten zu präsentieren: Fisch Leinauer machen Peiting ebenso zum Genussort wie die Bäckerei Sesar, der Biolandhof Ressle, die Molkerei Scheitz, Hochland Schongau, die Herzogsägmühle, die Weinland Käserei sowie der örtliche Bauernmarkt. Die M-Klasse bereitet aus diesem Anlass die Peitinger Genuss-Gerichte zu. Der Rouladenbraten wurde eigens dafür kreiert. Dazu passt übrigens ein Kartoffel-Gratin und Dünstgemüse aus Karotten, sagt die Lehrerin.

„Auf regionale Produkte legen wir hier grundsätzlich Wert“, betont die Fachlehrerin für Ernährung und Gestaltung an der Mittelschule Peiting. Sie vertritt die Auffassung: „Gutes Essen beginnt bereits beim Einkaufen.“ Regionale Produkte seien geschmacklich besser, weil sie kürzere Transportwege hinter sich haben. Gerne arbeitet Josefine Huber mit Wurzelgemüse und Kartoffeln – darin stecken viele Inhaltsstoffe. Weiterer Vorteil: „Das Gemüse ist preiswert.“ Auch ein Punkt, den die Lehrerin ihren Schülern mit auf den (Lebens-)Weg geben will: Gute Ernährung muss nicht zwangsläufig teuer sein. Philipp findet es gut, mit regionalen Produkten zu arbeiten: „So weiß man zu hundert Prozent, woher das Essen kommt.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Schüler der Peitinger Mittelschule so eine Aufgabe übernehmen. Regelmäßig machen die Heranwachsenden beispielsweise das Catering bei der Bürgerversammlung. Linda sagt stolz: „Für uns ist das immer etwas Besonderes.“

Schulleiter Jochen Böhm sind solche Aktionen wichtig: Aufgrund der kurzen Wege vor Ort sei so ein Miteinander gut möglich. „Das ist für mich gelebte Wertschätzung.“

Drei Stunden haben die Schüler in der kommenden Woche Zeit, alles vorzubereiten. Bei der Generalprobe arbeiten sie konzentriert an den einzelnen Stationen. Bei Unklarheiten oder wenn es ums Abschmecken geht, sprechen sie sich mit Josefine Huber ab.

Als beim Aufspritzen des Erdäpfelkas die Tülle wegen der Zwiebelwürfel verstopft, sagt Josefine Huber: „Dann müssen wir nächste Woche die Zwiebeln noch feiner würfeln.“ Sicherheitshalber will sie eine größere Tülle einpacken. „Damit garantiert nichts schiefläuft.“

Doch das muss sie nicht befürchten – mit diesen Produkten schmeckt Peiting nach Natur und mehr.

Nicht umsonst ist die Marktgemeinde eine der 100 Genussorte, die das Staatsministerium für Ernährung im vergangenen Jahr ausgezeichnet hat.

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