So essen Sie sich gesund!

von Redaktion

Viele ältere Menschen haben Beschwerden – weil sie sich falsch ernähren. Worauf sie achten sollten und von was sie lieber die Finger lassen, das erklärt in unserem Experten-Interview Ernährungsberaterin und Oekotrophologin Monika Bischoff. Hier die wichtigsten Antworten.

Worauf müssen Ältere bei der Ernährung besonders achten?

Sie müssen vor allem einer Mangelernährung vorbeugen! Je älter wir werden, umso weniger Energie verbrauchen wir. Das bedeutet, der tägliche Kalorienbedarf reduziert sich – aber die Menge an aufzunehmenden Vitalstoffen, wie Vitaminen und Mineralstoffen, erhöht sich. Daher ist eine energiearme, nährstoffreichere Kost angesagt.

Was ist noch essenziell?

Täglich ausreichend Proteine aufnehmen, um den Muskelabbau zu verhindern! Das bedeutet: etwa 1,4 Gramm Eiweiß pro Kilogramm des eigenen Körpergewichts. Zudem für ausreichend Ballaststoffe sorgen, damit es nicht zur Verstopfung, der „Obstipation“, zu Hämorriden oder einer „Divertikulitis“ kommt – dabei entzünden sich „Divertikel“, also Ausstülpungen in der Darmwand. Auch verringern Ballaststoffe das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken.

Wie sieht es mit dem Wassergehalt des Körpers aus?

Beim Säugling beträgt er rund 70 Prozent – und sinkt im Laufe des Lebens auf 45 bis 50 Prozent. Das wiederum führt vor allem im Alter zu einem verringerten Durstempfinden. Deshalb müssen Senioren ganz bewusst auf die Trinkmenge achten – insbesondere bei ballaststoffreicher Kost –, um Schwindel und Verwirrtheit vorzubeugen. Durch zwei Liter kalziumreiches Wasser täglich kann der komplette Bedarf an Wasser – und Kalzium – gedeckt werden.

Gibt es eine Faustformel?

Ja! 0,03 Liter mal Körpergewicht in Kilogramm ergeben die Literzahl, die man täglich zu sich nehmen sollte.

Was ist ein „Ernährungs- Tabu“ im Alter?

Schwierig wird die Versorgung älterer Menschen im Pflegeheim, oft ist die Mangelernährung eine Folge. Ein echtes Tabu ist Alkoholmissbrauch – und Rauchen. Ein Gläschen ist aber in Ordnung, sollte aber sehr maßvoll genossen werden!

Was, wenn ich Herz-Kreislauf-Medikamente nehmen muss?

Hier sollten sich die betroffenen Personen immer an einen Ernährungsmediziner wenden!

Viele Senioren haben Diabetes. Wie lässt sich dem ernährungstechnisch begegnen?

Meist mit einer leichten Gewichtsabnahme von fünf bis 10 Kilo und viel Gemüse – gedünstet, roh oder als Salat. Und: mit Bewegung, 10 000 Schritte pro Tag sollten das Minimum sein.

Stichwort abnehmen: Was müssen Ältere dabei besonders beachten?

Wir empfehlen eine stetige Begleitung und Betreuung durch ein interdisziplinäres Team aus Arzt, Ernährungsfachkraft und Bewegungstherapeut. Speziell die Ernährungsfachkraft kann gute Tipps zur individuellen Situation geben – abhängig davon, wie man lebt. Also: im Pflegeheim? Oder noch zuhause? Womöglich allein? Oder ist man in einer Wohngemeinschaft für Ältere zuhause?

Interview: Barbara Nazarewska

Mehr Infos rund ums Essen

gibt es beim ZEP, dem Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention am Münchner Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in der Notburgastraße 10. Internet: www.zep-muenchen.de. Hier bietet ein Team aus Ernährungsmedizinern und -fachkräften, Psychologen und Bewegungstherapeuten eine individuelle Diagnostik, Therapie und Prävention ernährungsabhängiger Erkrankungen an. Das Spektrum umfasst Adipositas/Übergewicht, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Fettleber, Magen-Darm-Erkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Mangelernährung und Ernährung bei Krebs.

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