In der Alpenrose hat man die Qual der Wahl: Lauschig unter hohen Bäumen im Biergarten sitzen, oder auf der Dachterrasse den Blick auf das bayerische Voralpenland schwenken lassen. Florian Lerche hat aus dem Dorfwirtshaus in Grainbach ein wahres Idyll geschaffen. Man merkt gleich, ihm liegt nicht nur die bayerische Küche am Herzen, sondern auch die Architektur.
Anfangs hatte der 40-Jährige noch damit geliebäugelt, wie sein Vater Architekt zu werden. Doch dann hat „der Wunsch mit den Händen zu arbeiten überwogen“ und der Oberbayer ist drei Jahre zur Kochausbildung nach Österreich gegangen. „Die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.“ Und das nicht nur, weil er dort seine spätere Frau kennengelernt hat. Die gebürtige Österreicherin ist heute die „gute Fee“ der Alpenrose.
Die Alpenrose ist ein echter Familienbetrieb, und das bereits in fünfter Generation. Erstmals wurde der Gasthof 1565 als Tavernwirtschaft erwähnt. Seit 1868 ist es im Besitz der Familie Wörndl/Lerche.
Nun schwingt Florian Lerche hier den Kochlöffel. Zusammen mit seinem Küchenchef Martin Hofer. „Wir sind eine bunt zusammengewürfelte Truppe“, sagt er. Auch die Großmutter, inzwischen schon stolze 99 Jahre alt, schaue noch regelmäßig nach dem Rechten und setzt in der Früh den Café auf.
Florian Lerche hat sich in seiner Alpenrose einen ganz besonderen Luxus erfüllt: „Ich arbeite fast nur mit Lebensmitteln, die in nächster Umgebung erzeugt wurden. Beim Fleisch, bei der Milch und den Eiern weiß ich, wo es herkommt, beim Gemüse, wie es gezogen wurde. Das Mehl stammt von einer nahen Mühle. Die Algenblätter freilich, die er für seine Alpenrolle braucht, die sind nicht aus dem Oberland. „Alles geht nicht“, sagt Florian Lerche. „Aber wir basteln gerade an einer Alternative. Vielleicht kommen die Alpenrollen bald im Mangold-Mantel auf den Tisch.“
Weil das Team der Alpenrose mit regional erzeugten Lebensmitteln arbeitet, wechselt beinahe täglich das Speisenangebot – „wir schauen, was auf den Märkten im Angebot ist und schreiben dann die Speisekarte entsprechend“. Für seinen bewussten Umgang mit den Zutaten ist die Alpenrose erst jüngst von Slow Food ausgezeichnet worden. – „darauf bin ich ziemlich stolz“.
Am Wochenende bei schönem Wetter bieten Veronique Witzigmann und ihr Mann Volker Kuchen, feinste Torten und ausgewählte Kaffee-Spezialitäten in ihrem Sommer PopUP Café direkt daneben an. Wer will, kann die Kuchen auch für die heimische Kaffeetafel bestellen. Adresse Alpenrose, Kirchplatz 2, 83122 Samerberg-Grainbach, Telefonnummer: 0 80 32/82 63.