Der Zander: eine gesunde Delikatesse

von Redaktion

VON STEPHANIE EBNER

Zander sind die größten im Süßwasser lebenden barschartigen Fische Europas. Sie leben als Raubfische in langsam fließenden Flüssen und Seen in ganz Europa – sowie in den großen Bottichen von Katharina und Anton Obermeier im „Zandereck“ im Landkreis Erding. Das Ehepaar züchtet seit 2019 diesen edlen Speisefisch und ist damit eine der wenigen Zanderzuchten in ganz Deutschland.

„Ich esse unheimlich gerne Zander“, sagt Fischzüchterin Katharina Obermeier lachend auf die Frage, wie sie ausgerechnet auf den Fisch gekommen sei. Denn davor war das Rabeneck, wie die Hofstelle heißt, ein traditioneller Milchviehbetrieb und Katharina Obermeier eine Milchbäuerin. „Und das, obwohl ich nie im Leben Bäuerin werden wollte“, wie sie gesteht.

Doch wo die Liebe eben hinfällt: Seit 2009 lebt die gelernte Industrie-Kauffrau auf der Hofstelle, seit 2011 arbeitet sie im Betrieb. Mit viel Herzblut.

Doch der Stall musste umgebaut werden, „er war nicht mehr zeitgemäß“, erklärt Landwirtschaftsmeister Anton Obermeier. „Und da haben wir uns überlegt, welche Alternativen es zu Kuh, Schwein und Ziege gibt.“ Seine Frau Katharina fügt hinzu: „Zum Schluss ist mir der Abschied von den Kühen richtig schwergefallen.“

Wer denkt, dass die Fischzucht weniger aufwendig ist, irrt sich gewaltig: „Wir sind täglich an den Bottichen und jeder Urlaub ist eine Herausforderung in Sachen Planung.“

Weil die Obermeiers über eine Biogasanlage verfügten, war es für sie „naheliegend, die Wärmeverwertung sinnvoll einzusetzen“. Und weil sie eben lieber Zander als Garnelen essen, kamen sie auf die Idee, diesen edlen Raubfisch zu züchten. Außerdem gebe es in der Nähe bereits eine bayerische Garnelenzucht.

Die optimalen Wassertemperaturen liegen für den Zander bei 23 bis 24 ˚C. Eine Heizung großer Wassermengen, wie sie in der Fischzucht in Durchlaufanlagen notwendig wäre, ist aus Nachhaltigkeits- und Kostengründen nicht realisierbar. Anders sieht es in Kreislaufanlagen aus, wie die Obermeiers eine haben.

In der freien Wildbahn wird der Zander normalerweise 40 bis 50 Zentimeter lang. In seltenen Fällen kann er auch mal eine Länge von 1,30 Metern erreichen und bis zu 20 Kilogramm schwer werden.

Wenn die Obermeiers ihre Zander schlachten, sind sie in der Regel ein Kilogramm schwer. Geschlachtet wird fünfmal im Jahr. Das nächste Mal ist es vor Aschermittwoch soweit. Maximal 200 Fische verkaufen die Zander-Züchter pro Schlachttag – „mehr ist einfach in zu schaffen“. Wer einen Zandereck-Fisch will, muss ihn vorbestellen – telefonisch unter der Nummer (0 80 85) 18 97 51 1 oder per E-Mail: obermeier@zandereck.de. Ein Teil der Zanderfilets wird geräuchert. Diese Aufgabe haben die Obermeiers ausgelagert – „das einzige, was wir nicht selbst machen“.

Der Großteil der insgesamt rund 14 000 Fische kommt jedoch als Besatzfisch zum Einsatz. „Das ist eigentlich unser Hauptgeschäftszweig“, erklärt Anton Obermeier. Anglervereine, Fischzuchten und Privatpersonen sind die Kunden. Schade eigentlich, denn auf dem Teller macht der Zandereck-Fisch eine wahrlich gute Figur.

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