Lamm zu Ostern hat Tradition. Es ist seit jeher das Symbol für Unschuld, im Christentum aber bekam es noch mal eine ganz neue Bedeutung: Jesus selbst wird als „Lamm Gottes“ bezeichnet, „das die Sünde der Welt hinwegnimmt“. Indem er sich stellvertretend für die Menschen opferte, erlöste er die Menschen. Mit dem Osterlamm feiern die Christen diese Erlösungstat und tischen zum Fest ein Lamm auf.
Doch Lamm scheidet die Geister am Familientisch. Viele mögen es nicht. Spitzenkoch Hans Jörg Bachmeier hat dafür eine Erklärung: Gerade die ältere Generation verbindet mit diesem Fleisch den Geschmack von älteren Hammeln, der sehr intensiv ist. Wer aber zu guter, frischer Qualität von Jungtieren greife, könne sich garantiert am Lamm erfreuen.
Und so bereitet der Spitzenkoch dieses Mal bei der Leserkochschule ein Lammkarree zu. Wem Lamm trotzdem zu riskant ist, greift zum Kalbfleisch. Rind würde der Spitzenkoch nicht nehmen – „das ist zu kräftig im Geschmack.
Ein Gericht, das nicht nur thematisch in den Frühling passt, sondern auch farblich: Deshalb arbeitet Bachmeier mit den ersten zarten grünen Pflänzchen: dem Bärlauch. Der Spitzenkoch stellt ein Bärlauchpesto her. Damit es wirklich knallig grün wird, gibt er noch ein paar Petersilienblätter hinzu. Die sorgen für ganz viel farblichen Wumms auf den Tellern. Ganz wichtig: Beim Bärlauchpesto nicht mit zu viel Knoblauch arbeiten. Denn das Kraut selber schmeckt bereits nach Bärlauch.“
Damit es aber farblich nicht zu eintönig wird, arbeitet Bachmeier mit knallroter Spitzpaprika. „Für die bessere Verträglichkeit die Schale entfernen“, lautet der Tipp des Küchenchefs.
Grün, Rot und schließlich noch Weiß komplettiert das Italien-Feeling auf dem Teller. In Form von Fregola Sarda, die hierzulande noch die wenigsten kennen. Eine Pasta, die eher aussieht wie Reis. Sie ist aber nicht nur in Delikatessen-Geschäften erhältlich, sondern auch im Supermarkt. „Der intensive Geschmack dieser Pasta passt ideal zum Lamm.“ Fregola Sarda wird wie Risotto zubereitet. Ein allgemeiner Tipp zum Schluss: „Risotto niemals rühren, sondern immer schwenken. Sonst macht man das Korn kaputt.“