Die Erdbeere ist ein Alleskönner

von Redaktion

VON STEPHANIE EBNER

Früher wussten nur Insider, dass an der Steinstraße 42 im Münchner Stadtteil Haidhausen ein Lokal ist. Oder besser gesagt eine Bar – das Maria Passagne. Wer rein wollte, musste erst einmal klingeln, um in die Cocktailbar eintreten zu können. Damals mit dunkel gestrichenen Wänden und unzähligen Cortendorf-Figuren an den Wänden. Das sind jene Frauenkopf-Tonfiguren, die in den 60er Jahren so angesagt waren.

Mittlerweile weht hier ein anderer, frischer Wind. Nichts erinnert mehr an früher, außer einem kleinen Foto an der Theke. Fast ein dreiviertel Jahr haben die Handwerker hier umgebaut. Durch die großen Fenster kann man jetzt einen Blick ins Innere des gehobenen Restaurants werfen: Die Wände sind in einem hellen Ton gestrichen, schon von Weitem sieht man die Köche in der offenen Küche arbeiten.

Auch die Inneneinrichtung ist jetzt in hellen Tönen gehalten. Und aus Materialien aus der Region gestaltet. Das ist den beiden Gastronomen Clemens Huber (31) und Julian Fritz (33) ganz wichtig. So stammt das Holz für die Bar beispielsweise aus dem Tölzer Raum, der Fußboden kommt aus Lenggries. Auch das sei Nachhaltigkeit, die die beiden Köche nicht nur in der Küche pflegen. Denn hier lautet das Motto: „Gute Produkte verwenden und das Personal gut behandeln.“

Malve heißt das neue Prachtstück in der Münchner Gastroszene. Der Name stammt nicht von ungefähr. „Denn Malve ist auch bekannt als Heilblüte. Sie ist eine vielseitige Pflanze, die seit Jahrhunderten eingesetzt wird.“ Die Malve sei zudem bekannt für ihre beruhigende Wirkung auf den menschlichen Körper.

Die beiden Köche haben sich in der Küche von Manuel Reheis „Broeding“ kennengelernt. Mit Manuel Reheis sind sie nach wie vor eng verbunden. Gemeinsam mit ihm sowie dem Kartoffelstand Caspar Plautz vom Viktualienmarkt und dem Mühltalhof planen sie ein Event zum Tag der nachhaltigen Gastronomie. Die Vereinten Nationen haben diesen Tag vor ein paar Jahren ausgerufen. Denn hier stehen Lebensmittel im Fokus, deren Produktion, Transport und Verarbeitung unmittelbaren Einfluss auf unsere Umwelt haben. Umso wichtiger ist es, respektvoll mit der Natur umzugehen und sich für deren Schutz einzusetzen.

Weltweit nehmen Umweltweltverschmutzung, Ausbeutung von Ressourcen und Lebensmittelverschwendung erschreckende Ausmaße an, überall sind bereits Folgen des Klimawandels spür- und sichtbar. Um das Bewusstsein der Menschen für die Erhaltung unserer Umwelt zu stärken, hat die UN-Generalversammlung 2016 den 18. Juni zum „Tag der nachhaltigen Gastronomie“ erklärt.

Dieser steht heuer unter dem Motto Hitze. Manuel Reheis sagt: „Die Böden der Bauern leiden in den letzten Jahren extrem unter der Hitze.“ Heuer zudem unter extremer Nässe. Das Koch-Quartett hat ein Menü zusammengestellt, das ab 19.30 Uhr serviert wird (Reservierung erforderlich. Kosten: 212 Euro). Bereits ab 16.30 Uhr gibt es Heißes aus dem Holzofen auf die Hand.

Wenn das Wetter mitspielt, wird unter freiem Himmel serviert. Denn auch der Außenbereich ist neu: Aus der einstigen Garage ist ein lauschiger Hinterhof mit wunderschönen Sitzplätzen geworden.

Malva, Steinstraße 42 in München. Menü von Montag bis Freitag ab 19.15 Uhr. Wer will, schaut nur auf einen Apéro vorbei. Dieser wird montags und freitags zwischen 16 und 19 Uhr serviert. Am Wochenende und Feiertags ist das Lokal geschlossen. Reservierung unter Telefon +49 89 94428279 oder hi@malvamuenchen.de.

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