IN KÜRZE

Sprungbein aus dem 3D-Drucker

von Redaktion

Das Sprungbein aus dem 3D-Drucker. © Schön Klinik

München-Harlaching – Erstmals in Deutschland ist einem Patienten ein individuell 3D-gedrucktes Titanimplantat anstelle seines stark geschädigten Sprungbeins eingesetzt worden. Vorgenommen hat den Eingriff Prof. Markus Walther, ärztlicher Direktor der Schön Klinik München Harlaching und Chefarzt der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie am 17. November. Für den hochkomplexen Eingriff wurde ein exaktes Abbild des Sprungbeins aus einem CT des gesunden, gegenüberliegenden Fußes erstellt und aus Titan gedruckt. „Bislang blieb als letzte Option nur die Möglichkeit der Versteifung, mit deutlichen Einschränkungen der Funktion“, erklärte der Fußexperte Prof. Walther. Patient Martin Schmücker (60) aus dem Chiemgau, der als Erster in Deutschland das innovative Implantat erhalten hat, sagt, er hoffe, 2026 wieder Bergwandern zu können. Er ist übrigens gesetzlich versichert.

Deformitäten und Nekrosen des Sprungbeins gehören medizinisch zu den komplexesten Herausforderungen im Bereich der unteren Extremität. Klassische Verfahren wie Membranimplantationen, Knochenauffüllungen oder herkömmliche Endoprothesen stoßen bei ausgedehnten Defekten oder Totalverlust des Talus an Grenzen. Mit der individuell hergestellten Titanendoprothese steht nun erstmals eine echte Alternative zur Versteifung des Rückfußes zur Verfügung.SVS

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