MEIN KÜCHENGEHEIMNIS

Kochen mit Überbleibseln

von Redaktion

Ceviche – diesmal mit Blumenkohl.

Kräftig durchkneten – am besten mit Handschuhen.

In Wraps lassen sich verschiedene Reste wickeln.

Geröstete Bruschetta: Feine Resteküche.

Vincent Frickes Resteküche basiert auf drei Bausteinen: Reste, Zutaten, die man zu Hause hat, und Gewürze. © Jens Hartmann

Jetzt ist genug geschlemmt. Die Weihnachtstage sind vorüber. Nach der Völlerei sehnen wir uns nach gesundem, leichtem Essen. Doch was tun mit all den übrig gebliebenen Resten? Der gelernte Koch Vincent Fricke hat sich seit ein paar Jahren der Resteküche verschrieben, neudeutsch auch „Leftover-Küche“ genannt. Wichtigste Grundregel dabei: „Da braucht man keine starren Rezepte, sondern den Mut, einfach mal was auszuprobieren.“ Eben kochen mit dem, was der Kühlschrank hergibt. Stichwort: Mut zur Lücke.

Vincent Fricke hat Koch gelernt – nicht unbedingt zunächst, weil es seine „große Leidenschaft“ war, sondern weil er in dem Bereich ein Ausbildungsangebot bekam. Er erlernte den Beruf, machte zwischendurch einen Ausflug in die Sterneküche und fing an, sich über nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln auseinanderzusetzen. Denn er stellte fest: Es wird viel zu viel weggeschmissen. Seit Jahren engagiert sich der Koch, Cafe-Betreiber und Caterer gegen Lebensmittelverschwendung. Er macht mit nachhaltigen, kulinarischen Projekten auf sich aufmerksam und schreibt Kochbücher zum Thema.

Ein Beispiel für Verschwendung ist der Blumenkohl. Er werde meist zur Hälfte weggeworfen. Erst die schützenden Blätter, dann der Strunk. In den meisten Fällen werden nur die Röschen verarbeitet. „Geht gar nicht“, sagt Fricke und nimmt sich den Strunk vor. Er bereitet daraus ein Ceviche zu. Köstlich. Zu schade für die Tonne.

Profi-Tipps: Umgang mit Lebensmitteln

Lebensmittelretter Fricke sagt: Der richtige Umgang mit Lebensmitteln fängt mit dem Einkauf an. Hilfreich ist es, sich einen Wochenplan zu machen. Was für die Gastronomie gültig ist, sollte auch für den Privathaushalt gelten: First in, first out. Was so viel heißt, dass das zuerst eingetroffene Element auch als Erstes wieder entnommen wird.

Gemüse immer aus der Plastikverpackung nehmen und auf Küchenkrepp lagern – so vermeidet man Schimmel. Aus altem Gemüse kann man entweder eine Gemüsebrühe kochen oder das Gemüse erst trocknen/dörren und dann zu Gemüsepulver mahlen. Frischekick aus dem Eisfach:Schlaffes Gemüse legt Fricke für einige Minuten in eiskaltes Wasser, schon ist es wieder knackig.

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