Weniger Geruchssinn: Das kann mit einem höheren Herz-Risiko zusammenhängen. © smarterpix
München – Etwa jeder Dritte hat ab 70 Jahren einen schwächeren Geruchssinn – bei über 80-Jährigen ist es jeder Zweite. Betroffene sollten darüber nicht nur mit einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt sprechen, sondern sicherheitshalber auch mit einem Kardiologen. Das rät die Deutsche Herzstiftung. Denn: Eine Riechschwäche kann auf eine Erkrankungen des Herzens hindeuten.
Frühere Untersuchungen haben einen solchen Zusammenhang bereits für Herzschwäche und eine allgemein reduzierte Lebenserwartung ergeben. Eine vor kurzem veröffentlichte Studie ergab nun auch Hinweise, dass ein nachlassender Geruchssinn mit einem erhöhten Risiko einer koronaren Herzkrankheit bzw. für koronare Ereignisse wie einen Herzinfarkt einhergeht.
Für diese Studie haben sich die Forschenden die Daten von mehr als 5000 älteren Menschen (Durchschnittsalter 75 Jahr) angeschaut, bei denen es zu zunächst keinen Hinweis für das Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit gab. Alle Probanden hatten sich auch einem einfachen Test auf ihren Geruchssinn unterzogen. Es zeigte sich dabei, dass jene Teilnehmer mit einem schlechten Geruchssinn ein deutlich höheres Risiko hatten, eine Herzkrankheit zu entwickeln, als diejenigen mit einer „guten Nase“.
Besonders in den ersten vier Jahren nach dem Riechtest war der Zusammenhang stark: Das Risiko für ein Herzereignis war in dieser Phase bei schlechtem Geruchssinn etwa doppelt so hoch im Vergleich zu Personen mit eingeschränktem oder ungenügendem Geruchssinn. Mit der Zeit schwächte sich dieser Effekt etwas ab, nach neun Jahren konnte keine Abhängigkeit zwischen eingeschränktem Geruchssinn und der Häufigkeit koronarer Ereignisse mehr nachgewiesen werden.
Ein nachlassender Geruchssinn im Alter wird oft als „normal“ abgetan oder nur mit neurologischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Diese Studie legt nahe, dass die Nase auch ein Fenster zur Herzgesundheit sein kann. Dies könnte somit ein Anlass sein, auch präventiv Ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit bei Ihrem Hausarzt oder Kardiologen überprüfen zu lassen.
Noch mehr Infos finden Sie auch online bei der Deutschen Herzstiftung unter www.herzstiftung.de