Das wächst gerade (v.l.): Brennnessel, Schafgarbe, Löwenzahn, Gänseblümchen und Schlüsselblumen.
Schlüsselblumen toppen den Bärlauchknödel.
Gänseblümchen schauen hübsch auf der Suppe aus.
Am Knacken beim Brechen erkennt man Bärlauch.
Kräuterbäuerin Maria Waldhauser kann sich in ihrem Garten in Königsdorf bedienen. Dort wuchert der Bärlauch in Hülle und Fülle. © Oliver Bodmer
Königsdorf – Kräuter sind ihr Leben. Besonders im Frühjahr. „Da sind die ersten Kräuter Kraft aus der Erde“, sagt Maria Waldhauser vom Thalerhof in Königsdorf. Besonders der Bärlauch hat es ihr in diesen Tagen angetan. Auch mangels Alternativen. „Der Winter hat die Natur noch fest im Griff. Vielerorts sprießt das erste Grün nur zaghaft.“ Deshalb hat die Bäuerin die traditionelle Neun-Kräuter-Suppe zu Gründonnerstag leicht abgewandelt. Sie nimmt, was sie am Wegesrand findet.
Nur der Bärlauch wuchert schon. Er wächst am Grundstücksrand unter einem großen Ahornbaum. Der Onkel ihres Mannes hat dort vor über 40 Jahren ein paar Bärlauchpflanzen gesetzt. „Wenn wir früher Bärlauch wollten, mussten wir einen weiten Marsch zur Isar runter auf uns nehmen. Das hat man ein- bis zweimal gemacht.“ Nicht öfter. Die Zeit dazu habe einfach gefehlt.
Mit ihrer eigenen Bärlauchwiese vor dem Haus ist das jetzt etwas ganz anderes. Der Bärlauch ist im Frühjahr jederzeit verfügbar. „Ich koche gerne mit ihm.“ Solange, bis das Kraut zu blühen beginnt. „Dann sollte man ihn nicht mehr ernten“, weiß die Kräuterbäuerin.
Der Bärlauch verleiht vielen Gerichten mit seinem knoblauchartigen Aroma die besondere Würze. Nicht nur deshalb sei er in der Küche so beliebt. Der Bärlauch punktet mit vielen gesunden Inhaltsstoffen: „Er enthält Vitamin C, Eisen und Kalium“, erklärt die Kräuterbäuerin.
Maria Waldhauser lebt seit ihrer Heirat auf dem Thalerhof, dessen Geschichte bis ins 17. Jahrhundert reicht. Seit über 25 Jahren befasst sie sich mit Wildkräutern. Erst hat sie sich zur Kräuterbäuerin ausbilden lassen. In der Corona-Zeit absolvierte sie zusätzlich einen Lehrgang zur Heilpflanzenexpertin nach Hildegard von Bingen. Das Wissen der Klosterfrau fasziniert sie. Mittlerweile bietet sie selbst Kräuterkurse an. Das Wissen setzt sie auch auf dem Hof ein. Ihre Kälbchen werden u.a. mit Blutwurzpulver aufgezogen. „Das ist gut gegen Durchfall der Kälber.“
Kräuter sind aber nicht nur gesund, sondern verleihen vielen Gerichten eine besondere Note. Die traditionelle Kräutersuppe zu Gründonnerstag ist nicht nur Brauch, sondern schmeckt auch gut. Maria Waldhauser: „Sie ist die Lieblingssuppe meines Mannes.“