Die Glocken von Mettenheim

von Redaktion

Die „Glockengeschichte der Pfarrkirche Mettenheim und der Filialkirche Neufahrn“ ist Thema des Mühlrad-Aufsatzes des Mettenheimer Pfarrers Manfred Scharnagl:

1717 blieb beim Neubau der Pfarrkirche St. Michael der Glockenturm stehen. In ihm dürften sich damals zwei oder drei Glocken befunden haben.

Nach der Barockisierung des Turms kamen zwei weitere Glocken hinzu. Ein weiteres „Wetterglöckchen“ befand sich ab 1759 im heute verschlossenen Schallloch (im Mittelstück zwischen beiden Turmzwiebeln).

Pfarrer Franz Paul Kahlhamer wollte dann gegen Ende des 19. Jahrhunderts dieses gewachsene Glockenwerk durch aufeinander abgestimmte Glocken mit melodischem und harmonischem Klang ersetzen, die einen C-Akkord nach der Pariser Stimmung ergeben sollten. Das alte Geläut wurde, bis auf die kleinste Glocke von 1759, zum Einschmelzen bei der Augsburger Glockengießerei Hamm drangegeben. Am 3. Juni 1884 wurden die Glocken in Mettenheim begrüßt. Während des Ersten Weltkriegs wurden Bronzeglocken für Kriegszwecke beschlagnahmt. Aufgrund eines Gutachtens, das den Mettenheimer Glocken „hervorragend schöne Tonwirkung“ bescheinigte, wurde das Geläut von 1884 beinahe vollständig von der Beschlagnahme ausgeschlossen. Lediglich die kleinste Glocke musste abgeliefert werden. Für das ohnehin defekte Wetterglöckchen gab die Kirchenverwaltung 1931 eine Ersatzglocke in Auftrag, die das Bild des heiligen Bruder Konrad trug. Im Zweiten Weltkrieg kam es 1940 wiederum zur Beschlagnahme aller Bronzeglocken. Trotz aller Versuche, eine Beschlagnahme zu verhindern, gab es auch für Mettenheim keine Ausnahme. Pfarrer Eberl wandte sich daher an Kardinal Faulhaber mit der Bitte, eine Aufnahme des Glockengeläuts anfertigen zu lassen. Diese Aufnahme wurde am 23. Februar 1942 auf Schallplatten angefertigt. Dabei wurden nur die vier Originalglocken von Hamm geläutet, erst einzeln dann im Plenum. Mittlerweile sind diese Aufnahmen rekonstruiert und digitalisiert. Darüber hinaus wurden die Glocken im März 1942 vor dem Abtransport durch die Firma Polensky und Zöllner, Mühldorf, fotografiert. Nur die nach dem Ersten Weltkrieg gegossene Glocke blieb im Turm.

Die Bemühungen von Pfarrer Thomas Marsmann, die beschlagnahmten Glocken nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederzubeschaffen, hatten keinen Erfolg. Im Juli 1951 fasste die Kirchenverwaltung deshalb den Beschluss für ein neues Geläut, das dem Vorgänger soweit wie möglich nachgestaltet sein sollte. Am 10. Oktober 1951 weihte Bischof Dr. Anton Scharnagl die fünf neuen Glocken.Manfred Scharnagl

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