Als Oberbürgermeister einer Millionen-Metropole hat man keinen ganz so leichten Job. OB Dieter Reiter (58, SPD) kann vermutlich ein Lied davon singen. Entscheidungen der Stadtspitze werden immer häufiger kritisch hinterfragt, bei nahezu jedem Bau- oder Verkehrsprojekt gehen Bürger auf die Barrikaden. Und der Terminkalender des Rathauschefs ist prall gefüllt, Abendtermin reiht sich an Abendtermin. Der Job liegt nicht jedem, und nicht jeder würde ihn für das vergleichsweise niedrige Salär machen wollen: 183 000 Euro beträgt das Grundgehalt des Oberbürgermeisters der Stadt München. Seine Stellvertreter, Josef Schmid (CSU) und Christine Strobl (SPD), nehmen am Jahresende 150 000 beziehungsweise 142 000 mit nach Hause. Andere Stadt-Bosse erhalten im Jahr wesentlich mehr Geld, zudem steigt das Gehalt kontinuierlich. Das geht aus dem Finanzdaten- und Beteiligungsbericht der Landeshauptstadt hervor. Am Dienstag kommender Woche wird er dem Finanzausschuss präsentiert, unserer Zeitung liegt er bereits vor.
Demnach ist Sparkassen-Vorsitzender Ralf Fleischer immer noch der bestbezahlte Manager von Unternehmen mit städtischer Beteiligung. 2016 betrug sein Gehalt 541 000 Euro – inklusive Prämien und Tantiemen. Im Jahr davor waren es 503 000 Euro, 2014 nahm Fleischer 457 000 Jahresgehalt mit nach Hause. Die Sparkasse München hat insgesamt rund 2800 Mitarbeiter. Michael Kerkloh hat mit 8900 deutlich mehr. Der Leiter des Flughafens München landet auf Platz zwei im stadtweiten Gehaltsranking. 2014 erhielt der Flughafen-Manager 446 000 Euro Jahressalär; 2015 waren es bereits 489 000 und 2016 kratzte er knapp an der halben Million: 497 000 erhielt Kerkloh im Vorjahr.
Von solchen Gehaltssprüngen ist auch der Vorsitzende der Stadtwerke München nicht weit weg. Florian Bieberbach erhielt 2014 450 000 Euro Gehalt, 2015 waren es 468 000 Euro, und im Jahr 2016 nahm Bieberbach 481 000 Euro mit nach Hause. Die Stadtwerke sind das größte städtische Unternehmen, sie beschäftigen mehr als 9700 Mitarbeiter.
Gehälter in einem ähnlichen Volumen erhalten beispielsweise auch die Chefs der SWM-Töchter Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) oder Versorgung und Technik. Der ehemalige MVG-Chef Herbert König erhielt 2014 391 000 Euro. Im Jahr darauf waren es 406 000 Euro, im Vorjahr weniger. Da König zum 30. September in den Ruhestand ging, betrug sein Jahresgehalt 2016 nur 378 000 Euro. Nachfolger Ingo Wortmann trat am 1. Oktober sein Amt an und taucht im Beteiligungsbericht mit 40 000 Euro auf.
Stephan Schwarz, der Geschäftsführer Versorgung und Technik, hatte 2014 rund 339 000 Euro auf dem Jahresgehaltszettel. 2015 waren es 352 000 Euro, 2016 bereits 374 000 Euro.
Zu den Topverdienern in München gehört auch der Chef der Städtischen Kliniken. Axel Fischer kam inklusive Tantiemen 2016 auf ein Gehalt von 414 000 Euro. Das ist der gleiche Betrag wie im Jahr 2015. Einzig 2014 hatte Fischer weniger kassiert, da er erst zum 1. April eingestellt wurde.