Künftig sollen Obdachlose auch im Sommer Zuflucht in der Bayernkaserne finden. Die dritte Bürgermeisterin Christine Strobel (SPD) und Sozialreferentin Dorothee Schiwy präsentierten das neue Konzept der Obdachlosenhilfe. Bisher bietet die Bayernkaserne nur in den Wintermonaten Schutz und Zuflucht für obdachlose Menschen, die keinen Rechtsanspruch auf Unterbringung im regulären Wohnungslosenhilfesystem haben. Ab 2019 sollen in der Heidemannstraße die Türen ganzjährig zwischen 17 Uhr und neun Uhr in der Früh täglich für Bedürftige offen stehen. Hier gibt es Schlafmöglichkeiten, Duschen und Toiletten.
Das Sozialreferat hofft zudem, durch die Einrichtung niedrigschwellig Kontakt zu den Betroffenen aufnehmen zu können, um ihnen eine punktuelle Unterstützung einschließlich Beratung anbieten zu können. Hier soll geklärt werden, ob die größtenteils aus dem osteuropäischen Raum stammenden Menschen bessere Zukunftschancen in München oder in ihrem Heimatland haben. Gordon Bürk, Geschäftsführer des evangelischen Hilfswerks führt einen weiteren Grund für die Notwendigkeit des Sommerschutzes auf: „Durch die wachsende Multikulturalität auf den Straßen herrscht mehr Gewalt, zudem sind Frauen sexuellen Übergriffen ausgesetzt.“
Rund 1,377 Millionen Euro soll das Sommerprojekt – ausgelegt für 300 Menschen – ausmachen. Hier sind die Kosten für Bettwäsche, Hygieneartikel, Sozialarbeit und Wachdienst einberechnet. Schiwy betont: „Wir können hiermit ganz klar die soziale Visitenkarte der Landeshauptstadt aufmörteln. Ich möchte dennoch klarstellen, dass es sich hier um kein Luxusangebot handelt.“ Die Menschen schlafen in Vier- bis -28-Bett-Zimmern. FELICITAS BOGNER