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von Redaktion

Schalterhalle im Bahnhof ab heute dicht

So ganz ohne Brimborium verabschiedet die Deutsche Bahn sich nicht von ihrem alten Empfangsgebäude: Bevor am heutigen Montag, 6. Mai, um 12 Uhr die Türen zur Schalterhalle des Münchner Hauptbahnhofs verriegelt werden, spielt die „Gamsgetier-Musi“ um halb zwölf ein letztes Ständchen. Dann beginnen mit dem Abriss der Halle die Hauptbaumaßnahmen für die zweite S-Bahn-Stammstrecke. 2028 soll das vom Architekturbüro Auer Weber entworfene neue Empfangsgebäude stehen.

Fahrgäste, die ab heute ihren Weg zum Nah- und Fernverkehr im Hauptbahnhof suchen, sollten ein bisserl mehr Zeit einplanen, auch wenn überall Wegweiser helfen. Denn: Für viele werden sich die Fußwege verlängern.

Wer von der U-Bahn U 1 und U 2 zu den Zügen will, kann künftig nicht mehr durch die Schalterhalle abkürzen. Der Aufgang, an dem früher ein FC-Bayern-Fanshop und ein Drogeriemarkt waren, fällt weg. Es bleibt nur der Weg durch das Sperrengeschoss und dann oberirdisch zum Eingang Arnulfstraße.

Oberirdisch ist die Gleishalle künftig nur noch über die beiden Haupteingänge an der Arnulf- und an der Bayerstraße zugänglich sowie über den Holzkirchner und den Starnberger Flügelbahnhof. Über diese Ein- und Ausgänge können alle Tram- und Buslinien erreicht werden. Der Zugang am Bahnhofplatz, wo noch das „Schwammerl“ genannte Vordach steht, ist dicht.

Die Gegner des Bahnhofsabrisses, die diesen mit einer Klage verhindern wollen, treffen sich um 11.15 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz, um gegen den Abriss zu demonstrieren. Sie bezeichnen den musikalischen Abschied der Bahn als „Gipfel des Zynismus“. CAROLINE WÖRMANN

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