Feiner Sand, türkisblaues Wasser, das Prickeln der Sonne. Immer wieder fliegen Ursula (70) und Horst Kubick (74) nach Cala Millor an der Ostküste von Mallorca, zuletzt im Juni mit ihrem Sohn und seiner Freundin. Nach zehn Tagen Traumurlaub folgte am 29. Juni aber der Albtraum: Anstatt nach zwei Stunden in München zu landen, erwartete die Familie eine zehnstündige Odyssee…
Der Eurowings-Flieger hätte kurz vor 15 Uhr in Richtung München abheben sollen. Um 13 Uhr erfuhr die Familie am Schalter: Der Flug wurde gestrichen. „Keiner konnte uns sagen, wie wir jetzt heimkommen“, erzählt Horst Kubick. Stunden später konnte die Familie zumindest einen Flieger nach Wien buchen. „Aber auch als wir in Wien landeten, hat uns niemand geholfen.“ Ursula Kubick sagt: „Wir haben uns alleingelassen gefühlt.“
Auf eigene Faust kaufte Horst Kubick für 356 Euro ein Zugticket. Aber die Odyssee nahm einfach kein Ende: Die Rolltreppen am Bahnsteig waren kaputt, in Salzburg sollten die Kubicks umsteigen – nur fuhr dort der Zug wegen einer Zollkontrolle erst gar nicht ab. Hungrig und müde kam die Familie dann kurz nach 23 Uhr endlich am Ostbahnhof in München an.
Horst Kubick forderte Entschädigung – bekam aber keine Reaktion. Erst auf Anfrage unserer Zeitung erstattete Eurowings zumindest das Zugticket. Eine Entschädigung war nicht drin. Denn die Ursache für den Ausfall des Flugs war ein Blitzschlag. „Es handelt sich hierbei um einen außergewöhnlichen witterungsbedingten Umstand, der sich leider unserer Einflussnahme entzog“, heißt es. Ohne einen Kommentar landete das Geld für das Zugticket auf dem Konto des Ehepaares. Horst Kubick ist enttäuscht: „Ich hätte zumindest eine Erklärung erwartet.“