Sie sind zusammen in Nymphenburg zum Bäcker gegangen, um sich ein Frühstück zu kaufen – Sekunden später war für die Mitarbeiter einer Malerfirma nichts mehr wie zuvor. Einer der Kollegen zückte am Samstagmorgen gegen 7.45 Uhr auf den Treppenstufen vor der Ladenzeile plötzlich ein Küchenmesser und stieß zu. Mehrfach und voller Wucht. Durch die Stiche und Schnitte wurden zwei Männer schwerstverletzt. Ein Kollege schwebt noch immer in Lebensgefahr. „Sein Zustand ist weiter äußerst kritisch“, sagt Stephan Beer, Leiter der Mordkommission.
Gegen den Täter, einen 33-jährigen Albaner, wird wegen zweifach versuchten Mordes, nicht etwa Totschlags, ermittelt. Laut Beer sieht die Staatsanwaltschaft das Mordmerkmal Heimtücke gegeben. Denn der Maler trug das Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge an der Rosa-Bavarese-Straße bei sich. „Die Tat fand unvermittelt statt“, erklärt der Ermittler. Es habe an diesem Morgen vorab keinen Streit gegeben.
Die beiden Opfer, der 50-jährige Chef der Malerfirma und ein 28-jähriger Kollege, haben laut Polizei beide kosovarisch-serbische Wurzeln. Sie seien bei der Attacke mehrfach von dem Täter getroffen worden: in den Hals, den Brustkorb und den Rücken. In der Klinik kämpften die Ärzte in Not-Operationen um das Leben der beiden Maler, die bislang noch nicht vernommen werden konnten. Der Zustand des Chefs sei inzwischen aber stabil.
Die Ermittler der Mordkommission müssen nun klären, wie es zu dieser Eskalation von Gewalt kommen konnte. Gleich mehrere Anwohner hatten um 7.40 Uhr den Notruf gewählt, als sie die Bluttat gesehen hatten. Beer zufolge gibt es erste Anzeichen auf den Gesundheitszustand des Täters. Er soll unter psychischen Beeinträchtigungen leiden. Zu dieser Einschätzung passt die Entscheidung, die der Ermittlungsrichter Sonntagnachmittag getroffen hat. Er ordnete laut Polizei die Unterbringung des Mannes in einer Fachklinik an. NADJA HOFFMANN