Stromschlag mit 15 000 Volt

von Redaktion

23-jähriger Schwede steht am Gleis in Flammen und überlebt schwer verletzt

Durch ihn sind unfassbare 15 000 Volt gerauscht, seine Kleidung stand in Flammen und er stürzte ungebremst zwei Meter tief – trotzdem hat ein Schwede einen schweren Stromschlag-Unfall am Hauptbahnhof überlebt.

Der 23-Jährige war am frühen Mittwochmorgen betrunken auf einen Zug geklettert. Eine lebensgefährliche Aktion, bei der ihm eine ganze Armada an Schutzengeln zur Seite gestanden haben muss.

Die Videoaufnahmen der Bundespolizei zeigen, dass der Obdachlose gegen 5.50 Uhr über einen 1,80 Meter hohen Zaun am Holzkirchner Flügelbahnhof geklettert und so zu Gleis 5 gelangt ist. Dort ging er im Abschnitt C entlang eines abgestellten Zugs der Westbahn und wollte die Türen öffnen – ohne Erfolg. Dann kletterte er zwischen zwei Waggons, im Bereich des sogenannten Wellenbalgs, nach oben. Dabei passierte das Unglück: Der 23-Jährige geriet an die Transmitter-Leitung, über die beide Waggons verbunden sind, und bekam einen Stromschlag. Die Leitung trägt laut Bundespolizei-Sprecher Wolfgang Hauner 15 000 Volt!

Besonders tragisch: Wäre der Schwede auf dem Dach des Zuges gegen die Oberleitung geraten, hätte er deutlich weniger abbekommen. Diese Leitung ist nachts in eine Art Schlummerzustand geschaltet. Bei der Berührung mit dem Transmitter flogen aber Funken, der Mann fiel mit brennender Hose auf den Bahnsteig. Unfassbar: Er rappelte sich auf, kletterte wieder über den Zaun und ging zur Bayerstraße. Dort fand ein Bahnmitarbeiter den Schwerverletzten. Die Not-OP im Krankenhaus zeigte: Der Schwede hat unglaubliches Glück und keine inneren Verletzungen davongetragen. NADJA HOFFMANN

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