Er wollte Schlimmeres verhindern – und wurde selbst zum Opfer: Dass Marc P. (30) bei einer wüsten Schlägerei auf der Reichenbachbrücke einschritt, bezahlte er beinahe mit seinem Leben. Einer der Prügelnden hatte ihm von hinten eine abgebrochene Flasche ins Genick gestochen und dabei eine Hauptschlagader aufgeschlitzt. Täter Ibrahim J. steht seit gestern wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht München I.
„Ich habe einen Stich wahrgenommen, wusste aber erst nicht, wie tief er war“, sagte das Opfer unserer Zeitung. Dass es lebensbedrohlich war, spürte er, als das Blut aus der Wunde sprudelte. Schnelle Erste Hilfe und eine Not-OP retteten ihm das Leben.
Zugetragen hatte sich das Drama in der Nacht von 19. auf 20. Juni 2021. Ibrahim J. hatte laut Staatsanwaltschaft unvermittelt Musa S. auf der Reichenbachbrücke eine Bierflasche ins Gesicht geschlagen. Als P. zufällig am Ort des Geschehens eintraf, wählte er den Notruf – woraufhin J. ihn von hinten mit einer kaputten Flasche angegriffen haben soll.
J. nannte als Grund für die Schlägerei ein vorangegangenes Drogengeschäft mit S., Marc P. habe er angegriffen, weil er glaubte, er gehöre zu S. Dass er ihn habe umbringen wollen, bestritt J. Er habe unter Drogen- und Alkoholeinfluss gehandelt. Für den Fall sind zehn Verhandlungstage angesetzt, weiter geht es am 17. Mai. and