Das Haus auch für die Jugend öffnen
Schwabing: Neuer Träger Bellevue di Monaco stellt Pläne zur Nutzung der Seidlvilla vor
Das Kulturzentrum in der Seidlvilla am Nikolaiplatz in Schwabing hat einen neuen Träger. © SIGI JANTZ
Seit April ist es bekannt: Die Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco ist neuer Träger der Seidlvilla. Während der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Schwabing-Freimann stellte nun Barbara Bergau, Vorstandsmitglied bei Bellevue, vor, was künftig im Kulturzentrum am Nikolaiplatz passieren wird.
Ein erster wichtiger Baustein für die Zukunft sei „das Thema Jugend“, erklärte Bergau. Das Bellevue möchte in diesem Zusammenhang mehr Angebote schaffen und die Seidlvilla als Ort für Schwabinger Jugendgruppen öffnen. Natürlich sei hier – gerade in der Anfangszeit – die Kontaktaufnahme wichtig. Allgemein sei es der Sozialgenossenschaft ein Anliegen, schwer erreichbare Gruppen in Schwabing, beispielsweise Geflüchtete, besser zu integrieren.
Kulturell gesehen dürfen sich Seidlvilla-Besucher auf mehr Theatervorstellungen freuen. Den Startschuss hierfür hat bereits die Bellevue-di-Monaco-Gruppe mit mehreren Aufführungen ihres Stücks „Global Player“ gegeben. „Insgesamt möchten wir stark in das Viertel hineinhorchen“, sagte Bergau. „Wir wollen erfahren, was von den Schwabingern gewollt wird.“ Wichtig sei zudem eine effektive Nutzung der Räume in der Seidlvilla.
Und dann ist da auch noch die Nachbarschaft Schwabing, die vor ein paar Monaten noch kurz vor dem Aus in der Seidlvilla stand und erst durch vehementes Kämpfen einiger Ehrenamtlicher eine weitere Finanzierung bei der Stadt (vorerst bis 2027) erzwingen konnte – wenn auch mit ein paar Einsparungen. „Natürlich soll die Nachbarschaft bleiben“, sagte Bergau – und wurde gleich vom BA-Vorsitzenden Patric Wolf (CSU) in die Pflicht genommen: „Wir müssen bei diesem Thema an einem Strang ziehen.“
Zumal das Gremium nun erneut per Eilantrag von der Stadt fordert, dass die Finanzierung der Nachbarschaft über 2027 hinaus sichergestellt werden müsse. Auch das Bellevue werde einen Antrag erarbeiten, so Bergau. Da jedoch die Finanzierung nun nicht mehr über das Sozial-, sondern das Kulturreferat laufe, müsse auch „der inhaltliche Schwerpunkt der Institution mehr auf kulturellen Themen liegen“. V. NUMBERGER