Endlich Bewegung an der Passauerstraße
Sendling: Bodensanierung auf Ex-Tankstellengelände startet – 58 Wohnungen geplant
Jahrelanger Stillstand herrschte auf dem ehemaligen Tankstellen-Areal an der Passauerstraße. © Marcus Schlaf
Das Grundstück an der Passauerstraße 20 weist – wenn auch weniger spektakulär – Parallelen zum Sendlinger Loch oder seinem Schwabinger Pendant auf dem ehemaligen Karstadt-Gelände am Nordbad auf: Statt geplanter Neubauten herrschte jahrelang Stillstand. Nur ist auf dem Areal der ehemaligen Esso-Tankstelle nicht ein privater Investor am Zug, sondern die Stadt selbst.
Die hat das Grundstück an der Ecke Euckenstraße bereits 2019 mit dem Vorkaufsrecht erworben und an die damalige GWG, heute Münchner Wohnen, übergeben. Mehrere Stadtratsanfragen und Anwohnerbeschwerden später liegt nun laut Informationen des Bezirksausschusses (BA) Sendling-Westpark ein Bauantrag für die Brachfläche vor. Auf Anfrage unserer Zeitung teilt die Münchner Wohnen mit, dass derzeit die Bodensanierung beginne.
Geplant sei der Bau eines Wohnhauses mit 58 überwiegend geförderten Wohnungen, für die aktuell ein Antrag auf einkommensorientierte Förderung (EOF) beim Bayerischen Staatsministerium vorbereitet werde. Kommendes Jahr sollen die Hochbauarbeiten starten, die Fertigstellung wird für 2029 angestrebt. Die Münchner Wohnen befinde sich in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung, um den Baubeginn spätestens 2027 sicherzustellen, heißt es. Aktuell finalisiere man notwendige „Nachbarschaftsvereinbarungen und vorbereitende Maßnahmen für den Baubeginn“.
Laut der ursprünglichen Planung von 2021 sollte das Gebäude schon 2025 stehen. Die Probleme begannen mit dem Abbruch der stillgelegten Tankstelle im Dezember 2022. Denn bei den anschließenden Bodenuntersuchungen zeigte sich, dass das Altlastenrisiko gravierender ist als ohnehin gedacht: Zusätzlich zur Tankstelle befand sich auf dem Grundstück eine Kiesgrube, was laut Stadtbaurätin Elisabeth Merk eine „unerwartet hohe Bodensanierung erforderlich“ machte.
„Durch rasant steigende Baukosten, insbesondere auch in Folge der Corona-Pandemie, und aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Krieges, die Rücknahme der in Aussicht gestellten Kostenbeteiligung aufgrund von Haushaltskonsolidierungen der Landeshauptstadt sowie die sehr volatile Fördersituation“ sei eine Verzögerung eingetreten. Seitdem lag das von Bauzaun umgebene Grundstück brach.
Abschließend geklärt ist die Finanzierung bis heute nicht, wie die Münchner Wohnen einräumt. Diese hänge von der Bewilligung von Fördermitteln ab. Einer Planung aus dem Jahr 2024 zufolge lagen die geschätzten Gesamtkosten zwischenzeitlich im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Durch Planungsänderungen und Anpassungen an die neue Bayerische Bauordnung habe man die prognostizierten Gesamtkosten zuletzt wieder reduzieren können. Der BA Sendling-Westpark hat dem Bauantrag bereits einstimmig zugestimmt, da dringend benötigter Wohnraum im Viertel geschaffen werde.DAVID NUMBERGER