Morgen ist Valentinstag
Nach Umbau: Musäum im Isartor öffnet mit neuen Ausstellungen
Museumsdirektorin Sabine Rinberger. © Martin Hangen (4)
Das viel zu kleine Fahrrad, auf dem Valentin in einem Sketch sitzt, hängt unter der Decke. © Martin_hangen/hangenFoto
Das Musäum im Isartor zeigt zahlreiche Bilder von Karl Valentin. © Marcus Schlaf, Volk Verlag
Das Steckenpferd (o.) ist neu. Oben links: Das Herz im Turmstüberl.
Ein großes Herz ist im Turmstüberl im Isartor zu sehen. Es steht nicht nur für das Herz Münchens. Sondern für das neue Herz des Karl-Valentin-Musäums. Das öffnet morgen nach zwei Jahren wieder seine Türen. Und jetzt rückt Liesl Karlstadt in einer eigenen Ausstellung mehr in den Mittelpunkt.
Damit diese zu sehen ist, waren aber zuerst Baumaßnahmen nötig. Das Isartor aus dem Jahr 1337 musste renoviert werden. Die Decken wurden abgedichtet. Beim Treppenhaus gibt es jetzt neue Glasverkleidungen und -türen – entsprechend den Brandschutzmaßnahmen.
Der Umbau gestaltete sich oft schwierig, erklärt Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne) vom Baureferat. Museumsdirektorin Sabine Rinberger und die Zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs (Grüne) stimmen nickend zu. Es habe sehr viel Geduld und Ausdauer benötigt. Hier kam es aufs Können an. Da passt auch Rinbergers Lieblingsspruch von Valentin: „Kunst kommt von Können, käme sie von Wollen, hieße sie Wunst.“
Kunst sind aber auch die Ausstellungen, die auf allen Stockwerken zu sehen sind. In der ersten Etage geht es erneut um das Leben von Karl Valentin. Wie zuvor sind die Räume bunt, voll und ein wenig chaotisch. Neu dabei ist das Rad aus „Glückliche Reise“. Dabei sitzt der große, schlaksige Komiker auf dem viel zu kleinen Rad. Rinberger findet, das Rad stehe sinnbildlich für Valentin. „Er sprengt jeden Rahmen.“ Erstmals zu sehen sind zudem das Steckenpferd aus einem seiner ersten Sketche und der gedoppelte Zylinder aus „Das Christbaumbrettl“.
In den zweiten Stock begleiten Valentin und Karlstadt Besucher auf einem Flugzeug. Denn dort erwartet sie die neue Ausstellung „Liesl Karlstadt – Flug zum Mond“. Hier wird erstmals die Biografie von Liesl Karlstadt genauer beleuchtet. „Es ist erstaunlich, dass Karlstadt bereits zu dieser Zeit so selbstständig und unkonventionell gelebt hat“, sagt Rinberger. Außerdem öffnet sich jede halbe Stunde ein roter Vorhang. Dahinter ist eine Kinoleinwand, die immer wieder einen anderen Film des Komiker-Duos zeigt. Dies soll das multimediale Arbeiten von Valentin und Karlstadt verdeutlichen. Das Ende der Ausstellung bildet das Herz von Karlstadts Grab, das speziell für die Ausstellung nachgebildet wurde.
Am Ende eines Ausstellungsrundgangs mit so vielen Eindrücken können sich die Besucher im Turmstüberl unter dem Dach noch ein großes Haferl Kaffee (5,50 Euro), Kuchen (4,80 Euro) oder Weißwürste (Stück vier Euro) schmecken lassen. Das Musäum hat außer mittwochs täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 3,99 Euro. Kinder und Schüler haben freien Eintritt.MARIE-THERES WANDINGER