Berlin – Die überraschende Entscheidung der SPD-Fraktionsspitze zur Ablösung des Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels sorgt für Unruhe in der Partei. Der Fraktionsvorstand beschloss am Mittwoch einstimmig, die Bundestagsabgeordnete Eva Högl als neue Wehrbeauftragte vorzuschlagen, wie Fraktionschef Rolf Mützenich in einem Brief an die Abgeordneten schrieb. Bartels reagierte mit Kritik und Unverständnis: Er verstehe die Gründe für seine Ablösung nicht, schrieb er an die SPD-Abgeordneten.
Die Besetzung des Postens hatte zuletzt für Spannungen in der SPD-Fraktion gesorgt. Bartels, der seit fünf Jahren Wehrbeauftragter ist und als überparteilich anerkannt gilt, signalisierte Interesse an einer weiteren Amtszeit. Auch der Abgeordnete Johannes Kahrs machte sein Interesse deutlich. Die Amtszeit von Bartels läuft im Mai aus.
Auch die FDP kritisierte die Entscheidung. Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sprach von einem „Affront gegen die Soldatinnen und Soldaten“. Högl habe „mit der Bundeswehr so viel zu tun wie ich mit dem Mäusemelken“. Mützenich betonte indes Högls „langjährige parlamentarische Erfahrung und breite Expertise“. Die Abgeordnete profilierte sich vor allem als Rechts- und Innenexpertin. afp/dpa