Drohungen gegen Olympionikin

Schurkenstaat Belarus

von Redaktion

GEORG ANASTASIADIS

Im belarussischen Autokraten Alexander Lukaschenko hat Europa lange eine Art Operetten-Diktator gesehen. Ein Mini-Putin mit zu großer Kommandeursmütze, eher peinlich als gefährlich. Doch mittlerweile dürfte selbst das große Vorbild im Kreml staunen über die Unverfrorenheit und Brutalität, mit der sich das Regime in Minsk über alle Regeln der zivilisierten Welt hinwegsetzt. Die unverhohlene Drohung gegen die eigene Olympionikin kann nur eines zur Folge haben: den sofortigen Ausschluss von Belarus von den Olympischen Spielen. Eine Staatsführung, die Flugzeuge entführt, um Regimegegner vom Himmel zu holen, die demonstrierende Bürger totprügeln lässt und ihren Nachbarn droht, sie mit Migranten zu überschwemmen, ist nur mit dem Begriff Terrorregime zu beschreiben.

Zu hoffen ist, dass Lukaschenkos Wüten allmählich selbst dem Paten im Kreml, der durchaus Wert auf sein internationales Renommee legt, unangenehm wird. Doch darf die EU darauf nicht warten. Europa muss nicht nur unverzüglich seine Wirtschaftsbeziehungen zum Schurkenstaat Belarus abbrechen. Es sollte auch dafür sorgen, dass die staatlichen Schleuser in Minsk die baltischen Nachbarländer nicht zu destabilisieren versuchen, indem sie Migranten in großer Zahl gegen Europas Ostflanke in Marsch setzen.

Dagegen helfen der Friedensmacht Europa keine Appelle, sondern nur Zäune und befestigte Grenzanlagen. Sie sind keineswegs die von den Grünen bejammerten Bankrotterklärungen der Menschlichkeit. Sondern ein wirksames Mittel, um sich gegen Erpressung und Staatsterror zu schützen. Mit etwas mehr Realitätssinn hätte man das auch früher schon erkennen können.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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