FDP sondiert mit der Union

Lindners Rettungseinsatz

von Redaktion

GEORG ANASTASIADIS

So etwas nennt man wohl Rettung in höchster Not: FDP-Chef Christian Lindner will bereits am Samstag auch mit der Union die Möglichkeit einer Koalition sondieren. Dem verzweifelt ums Überleben kämpfenden CDU-Chef Armin Laschet dürfte das davor bewahren, noch diese Woche vom Sturm in seiner Partei davongefegt zu werden. Denn nur ihm und nicht Söder traut die seit der Wahl unter schwerem Schock stehende Union zu, doch noch eine Jamaika-Regierung mit seinem Vertrauten Lindner und den Grünen herbeizuzaubern.

Ein selbstloser Freundschaftsdienst des FDP-Vorsitzenden für seinen alten Koalitionskumpel aus NRW? Kaum. FDP-Jongleur Lindner will alle Kegel, auch Jamaika, so lange wie möglich in der Luft halten, um sich von der SPD-Linken nicht die Bedingungen für eine Ampel diktieren lassen zu müssen. Fällt Laschet, ist das Spiel aus, dann sitzt auch Lindner in der Falle. Denn dann wäre die ganze schöne Show mit Habecks Grünen, all die verliebten Blicke nebst Handybeweisfoto der beiden „Kanzlermacher“ für die Katz. Dann wäre eben doch Olaf Scholz der Koch – und Lindner und Habeck wieder nur die Kellner.

Wie schwer es manchen SPD-Linken fällt, den Liberalen ihre neu erwachten Gefühle für sie zu zeigen, verriet SPD-Chef Walter-Borjans in einem Moment entwaffnender Ehrlichkeit bereits am Montag. Eine Partei der „Voodoo-Ökonomen“ sei die FDP. Die eine oder andere umworbene Braut hat schon mal nettere Komplimente gehört.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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