Die Gastronomie hat zwar wieder geöffnet. Doch sie ist nicht mehr dieselbe wie vor Corona. Kaum eine andere Branche hat diese Pandemie so verändert. Das Personal fehlt. Insbesondere Köche sind Mangelware, Fachpersonal ist in Scharen abgewandert. Die Zahl der Sozialversicherten in dieser Branche ist in den vergangenen beiden Jahren um 14 Prozent gesunken, von den Mini-Jobbern ganz zu schweigen. Das Problem sind die niedrigen Löhne hierzulande. Kochen ist Handwerk. Skandinavien oder die Schweiz wertschätzen die Leistung der Köche, deshalb haben sie auch keine Not, Personal zu finden.
Auf der anderen Seite stehen die Konsumenten. Sie sind regelrecht ausgehungert und strömen in die Lokale. Gerade die Spitzen-Restaurants mit manchmal innovativen Konzepten sind über Monate im Voraus ausgebucht. Man will es sich wieder gut gehen lassen.
Corona hat auch den Gast verändert. Viele können jetzt selbst kochen und sind nicht mehr bereit, für simple Gerichte überteuerte Preise zu zahlen. Wer jetzt essen geht, erwartet Qualität auf dem Teller zu einem vernünftigen Preis. Die verlorenen Monate des Lockdowns lassen sich nicht durch überzogene Preiskalkulationen aufholen. Das Erfolgsrezept für einen Neustart muss daher lauten: Verständnis und Respekt – und zwar auf beiden Seiten.
Stephanie.Ebner@ovb.net