In Zelten finden die Menschen in Kiew einen warmen Schlafplatz © dpa
Abu Dhabi – Die Ukraine und Russland haben bei ihren Verhandlungen in Abu Dhabi nach US-Angaben „viel Arbeit“ erledigt – und sie wollen weiter direkt miteinander sprechen, bereits am kommenden Sonntag erneut in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wie ein US-Regierungsvertreter sagte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich positiv über den Gesprächsverlauf. Überschattet wurden die Verhandlungen von erneuten heftigen russischen Angriffen.
Es sei „viel diskutiert worden“, erklärte Selenskyj im Onlinedienst X: „Es ist wichtig, dass die Gespräche konstruktiv waren.“ Die Ukraine sei bereit, die Unterredungen fortzuführen. Die direkten trilateralen Gespräche in Abu Dhabi waren die ersten in diesem Format über den US-Friedensplan für die Ukraine, den Präsident Donald Trump im November erstmalig vorgelegt hatte und der seither mehrfach überarbeitet wurde. Im Vorfeld der Gespräche hatte Moskau seine Maximalforderung bekräftigt, wonach die ukrainische Armee sich aus der gesamten Region Donbass einschließlich bisher nicht von Russland kontrollierter Gebiete zurückziehen soll. Kiew lehnt dies bislang ab.
Die russische Armee überzog unterdessen auch am Wochenende die Ukraine mit einer heftigen Angriffswelle. In der Nacht zum Samstag wurden laut Selenskyj mehrere Landesteile mit „370 Angriffsdrohnen und 21 Raketen unterschiedlichen Typs“ angegriffen, betroffen waren die Städte Kiew, Charkiw, Sumy und Tschernihiw und deren Umland.
Am Sonntag forderte Selenskyj bei einem Besuch in Litauen die westlichen Verbündeten auf, weitere Munition für die Luftverteidigung bereitzustellen. Diese werde täglich gebraucht. Allein in einer Woche habe Russland „mehr als 1700 Angriffsdrohnen, mehr als 1380 Lenkbomben und 69 Raketen verschiedener Typen“ auf sein Land abgefeuert. Russland greift insbesondere die Kraftwerke und das Stromnetz an, hunderttausende Ukrainer sind ohne Strom und Heizung. In Kiew haben bislang ewa eine halbe Million Einwohner die Stadt verlassen. 1676 Hochhäuser seien ohne Heizung, erklärte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko.SE/JES