Drohnen in Aserbaidschan – Iran-Krieg weitet sich aus

von Redaktion

Israel kündigt nächste Phase und Überraschungen an – Söder kritisiert deutsche Rückhol-Aktion als „zu wenig“

Kriegswirren: Ein Bub in Syrien neben einer nicht detonierten iranischen Rakete. © AFP

Teheran/Tel Aviv – Der Iran-Krieg greift auf immer mehr Länder über. In der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan schlugen am Donnerstag Drohnen am Flughafen und in der Nähe einer Schule ein. Der Iran bestreitet eine Verantwortung für den Angriff. Aserbaidschan kündigte gleichwohl Vergeltung für den „abscheulichen Terrorakt“ an. Präsident Ilham Aliyev versetzte die Streitkräfte in Einsatzbereitschaft.

Der Iran feuerte nach Angaben der israelischen Armee auch Raketen auf Tel Aviv. Der israelische Sender N12 berichtete, ein israelisches Passagierflugzeug habe deswegen seine Landung abbrechen müssen.

Derweil hat Israel eine neue Etappe im Krieg angekündigt. „In dieser Phase werden wir die Zerschlagung des Regimes und seiner militärischen Kapazitäten fortsetzen“, erklärte der israelische Armeechef Ejal Samir am Donnerstagabend. Die israelische Armee plane zudem „weitere Überraschungen“.

Im Zuge des Iran-Kriegs eskalierte auch wieder der Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon. Armeechef Samir sagte, er habe die Streitkräfte angewiesen, im Süden des Libanon vorzurücken. Sie sollten das Gebiet unter ihrer Kontrolle entlang der Grenze ausweiten „und Stellungen an wichtigen Punkten im Südlibanon einnehmen“. Israel bereitet sich nach einem Bericht des Nachrichtenportals „ynet“ zudem darauf vor, dass auch die ebenfalls mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen in den Krieg einsteigen könnte.

Nach dem Abschuss einer in Richtung Türkei fliegenden iranischen Rakete hat die Nato derweil ihre Abwehrbereitschaft erhöht.

Erleichterung gibt es für Hunderte gestrandete Deutsche. Am Donnerstagmorgen ist der erste Evakuierungsflug der Bundesregierung mit Reisenden aus dem Nahen Osten in Frankfurt am Main gelandet. Hunderte Kreuzfahrtgäste sollen zudem aus der Region ausreisen können, kündigte Außenminister Johann Wadephul (CDU) an. CSU-Chef Markus Söder mahnt dabei zu Tempo. „Ich würde jetzt unsere Kräfte darauf konzentrieren, unsere Urlauber heimzuholen“, sagt er gegenüber Welt TV. „Das ist mir noch alles ein bisschen zu wenig.“ So seien etwa zu wenig Maschinen im Einsatz.

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